AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Domperidon


  • Bettina Martini
  • Arzneimittel-Updates
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Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) veröffentlicht einen Rote-Hand-Brief zu Domperidon (Motilium, Takeda und verschiedene Generika) als Erinnerung an Maßnahmen zur Minimierung kardialer Risiken:

Domperidon ist ein Dopamin-Antagonist mit antiemetischen Eigenschaften. Es wird angewendet zur Besserung der Symptome Übelkeit und Erbrechen bei Erwachsenen und Jugendlichen über 12 Jahre (Körpergewicht ≥ 35 kg).

Aufgrund kardialer Risiken im Zusammenhang mit Domperidon wie QTc-Verlängerung, Torsade-de-Pointes-Tachykardien, schwerwiegenden ventrikulären Arrhythmien und plötzlichem Herztod wurden 2014 die Indikationen, die Dosierung und Anwendungsdauer eingeschränkt und die Kontraindikationen ausgeweitet. Eine Studie hat nun ergeben, dass Ärzte zum Teil nicht hinreichend mit diesen Empfehlungen zur Minimierung von kardialen Risiken vertraut sind. Daher wird in einem Rote-Hand-Brief nochmals an folgende Sicherheitsmaßnahmen erinnert:

·         Domperidon ist nur indiziert zur „Besserung der Symptome Übelkeit und Erbrechen“. In anderen Indikationen ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis negativ.

·         Domperidon sollte mit der niedrigsten wirksamen Dosis über einen kürzest möglichen Zeitraum eingenommen werden (Höchstdauer der Behandlung: eine Woche).

·         Für Erwachsene und Jugendliche (≥ 35 kg Körpergewicht) werden 10 mg bis zu dreimal täglich empfohlen (maximale Tagesdosis 30 mg).

·         Domperidon ist  kontraindiziert bei Patienten: mit schweren Leberfunktionsstörungen, mit vorliegender Störung des kardialen Reizleitungsintervalls insbesondere der QTc-Zeit, mit signifikanten Elektrolytstörungen oder zugrunde liegenden Herzerkrankungen wie kongestiver Herzinsuffizienz, mit gemeinsamer Verabreichung mit QTc-verlängernden Arzneimitteln (Ausnahme: Apomorphin bei Parkinson-Patienten, siehe Rote-Hand-Brief), mit gemeinsamer Verabreichung mit stark wirksamen CYP3A4-lnhibitoren