AkdÄ empfiehlt Transparenz-Gesetz

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Berlin (pag) – Ein Gesetz, das Pharma-Unternehmen und Medizinproduktehersteller verpflichtet, ihre finanziellen Beziehungen zu Ärzten offenzulegen, hält die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) für „sinnvoll“. Die bisherige freiwillige Selbstkontrolle sei unzureichend.

In einer Stellungnahme listet die Arzneimittelkommission die Vor- und Nachteile „verpflichtender Transparenz von Interessenkonflikten durch Industriebeziehungen“ auf. Grundlage dafür sind zum einen die Transparenzinitiative des Vereins Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie (FSA), an der sich bislang laut Stellungnahme „nur die (relativ) wenigen forschenden Mitgliedsunternehmen des vfa“ beteiligen; zum anderen der US-amerikanische Physician Payments Sunshine Act (PPSA). Dabei handelt es sich um ein Gesetz, das alle Pharmazieunternehmen und Medizinproduktehersteller unter Androhung von Strafzahlungen dazu verpflichtet, jede Art finanzieller Zuwendungen an Ärzte ab zehn US-Dollar offenzulegen. Daran anknüpfend beantwortet die Kommission die Frage, ob auch Deutschland einen PPSA braucht.

Das Fazit: Ein PPSA in Deutschland sei sinnvoll. „Bei einer gesetzlichen Verpflichtung zur Offenlegung der finanziellen Beziehungen von pharmazeutischen Unternehmen und Hersteller von Medizinprodukten zu Ärztinnen und Ärzten ist davon auszugehen, dass im Gegensatz zum FSA mehr Transparenz geschaffen wird“, heißt es in dem Papier. Gleichzeitig sollte nach Ansicht der AkdÄ aber auch darauf hingewirkt werden, dass weitere nicht-finanzielle Interessenkonflikte offengelegt werden.

Die Einführung eines PPSA in Deutschland hält die FSA dagegen nicht für nötig. Allerdings sollte die Quote der Ärzte, die einer „individualisierten Darstellung ihrer Zusammenarbeit mit pharmazeutischen Unternehmen zustimmen“, wieder erhöht werden. 2017 waren nur 20 Prozent der betroffenen Ärzte mit einer Veröffentlichung ihres Namens einverstanden, 2015 lag die Quote noch bei 31 Prozent.