AkdÄ: Information zu Fluorouracil, Capecitabin, Tegafur und Flucytosin


  • Bettina Martini
  • Arzneimittel-Updates
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Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) publiziert eine Information zu Fluorouracil, Capecitabin, Tegafur und Flucytosin:

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) informiert über eine Empfehlung des PRAC, dass vor einer Krebsbehandlung mit Fluorouracil (als Injektion oder Infusion) sowie dessen Prodrugs Capecitabin und Tegafur die Patienten auf das Fehlen bzw. den partiellen Mangel des Enzyms Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD) getestet werden sollen.

·         Patienten mit bekanntem vollständigem DPD-Mangel dürfen nicht mit Fluorouracil (Injektion oder Infusion) sowie mit Capecitabin oder Tegafur behandelt werden. Bei partiellem DPD-Mangel sollte eine reduzierte Anfangsdosis erwogen werden.

·         Vor Beginn einer Behandlung schwerer Pilzinfektionen mit Flucytosin ist kein Test erforderlich, da die Behandlung nicht verzögert werden sollte. Bei bekanntem DPD-Mangel darf kein Flucytosin angewendet werden.

·         Bei topischer Anwendung von Fluorouracil auf der Haut ist die Testung nicht notwendig.

Bei DPD-Mangel kann es zur Kumulation von Fluorouracil und dadurch zu schweren Nebenwirkungen wie Neutropenie, Neurotoxizität, schwere Diarrhoe und Stomatitis kommen. Die Bestimmung der DPD-Aktivität kann durch Messung des Spiegels von Uracil im Blut erfolgen, das durch DPD abgebaut wird, sowie durch Untersuchung bestimmter Mutationen im Gen für DPD. Die Empfehlung des PRAC wurde an den Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA weitergeleitet.