AIDS 2020 – Vorläufige italienische Studiendaten bestätigen die vertikale Übertragung von SARS-CoV-2 bei schwangeren Frauen


  • Liz Scherer
  • Conference Reports
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Erkenntnis

  • Die vorläufigen Ergebnisse einer Studie bestätigen, dass eine vertikale Übertragung des Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2 (SARS-CoV-2) während der Schwangerschaft möglich ist und in einer reifen Plazenta und in Nabelschnurblut nachgewiesen werden kann. 
  • Es sind weitere Studien erforderlich, um das Übertragungsrisiko basierend auf dem Gestationsalter zu ermitteln.

Warum das wichtig ist

  • Obwohl zusätzliche Abklärung erforderlich ist, werden frühzeitige Tests auf SARS-CoV-2 und unter Umständen im Verlauf der gesamten Schwangerschaft empfohlen, um optimale Ergebnisse sicherzustellen.

Wesentliche Ergebnisse

  • 31 mit SARS-CoV-2 infizierte schwangere Frauen (alle mit leichter Erkrankung, mit Ausnahme von 4); alle waren vor der Entbindung vollständig genesen. 
  • Eine SARS-CoV-2-positive Plazenta wurde bei der Entbindung bei 2/31 Frauen festgestellt; bei dem einen Baby wurden Anti-SARS-CoV-2-Antikörper in der Nabelschnur nachgewiesen und das andere war IgM-positiv.
  • Bei einer Frau wurde das SARS-CoV-2-Virus in der Vagina nachgewiesen.
  • Inflammatorisches Profil: Die Proteinsekretion von 27 inflammatorischen Zytokinen/Chemokinen war bei den beiden Probandinnen mit vertikaler Übertragung von SARS-CoV-2 in den Proben aus mütterlichem Nabelschnur-Plasma verändert.
  • Das Vorliegen von SARS-CoV-2-Antikörpern wurde im Nabelschnurblut (n = 9) und in einer Muttermilchprobe (n = 1) festgestellt.

Studiendesign

  • Offene Analyse der vertikalen SARS-CoV-2-Übertragung, der fetalen Involvierung, der Rolle von Antikörpern, Entzündungsreaktionen in Plazenta und Plasma in einer kleinen Kohorte mit SARS-CoV-2-infizierten, schwangeren italienischen Frauen während der Hauptphase des Ausbruchs in Italien zwischen März und April 2020.
  • Finanzierung: Nicht offengelegt.

Einschränkungen

  • Kleine Fallzahl.
  • Es wurden keine Daten zum Gestationszeitpunkt untersucht. 
  • Die Analyse der Muttermilch erfolgte nur begrenzt, daher liegen keine Daten zu Infektiosität vor. 

Kommentar

„Unsere Ergebnisse sprechen deutlich für die Möglichkeit einer vertikalen Übertragung von SARS-CoV-2 im späten dritten Trimester“, sagte Studienprüfarzt Dr. Claudio Fenizia, Gastwissenschaftler an der Universität von Mailand, und ergänzte, dass diese Ergebnisse vorläufig seien und weitere Studien benötigt würden. In der Antwort auf eine ergänzende Frage unterstrich er, dass die schwangeren Frauen, deren Babys über eine Woche hinweg mehrmals positiv getestet wurden, in derselben Zeit gesund und in guter Verfassung geblieben seien und lediglich 2 Wochen vor der Entbindung krank gewesen waren, so dass die Auswirkungen auf die Entwicklung und andere Faktoren bei den Neugeborenen voraussichtlich minimal seien.