AIDS 2020 – Verlängerte virale Ausschüttung und längere Dauer bis zur Krankenhauseinweisung sind bei italienischen COVID-19-Patienten mit schlechter viraler Clearance verknüpft


  • Liz Scherer
  • Conference Reports
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Erkenntnis

  • Laut italienischen Studienergebnissen scheint bei Patienten mit einer Coronavirus-Erkrankung (COVID-19) ein höheres Risiko für eine längere Virusausschüttung durch eine verspätete Einweisung ins Krankenhaus (nach dem Einsetzen der Symptome [postsymptom onset, PSO]), durch die Krankheitsschwere und durch Begleiterkrankungen zur Baseline verursacht zu sein.
  • Es werden weitere Daten zur Dauer der Virusausschüttung und damit verbundenen Faktoren benötigt.

Warum das wichtig ist

  • Veranlassen Sie bei COVID-19-Patienten eine sofortige Einweisung ins Krankenhaus und eine sofortige Einleitung der Behandlung, insbesondere bei Personen mit Komorbiditäten und respiratorischer Insuffizienz. 

Wesentliche Ergebnisse

  • 316 Patienten, 68 % männlich, medianes Alter: 62 Jahre (Interquartilbereich [IQR]: 50–75), 60 % wiesen Komorbiditäten auf.
  • Mediane Anzahl der PSO-Tage bis zur Krankenhauseinweisung: 7 Tage (IQR: 4–11 Tage); und bis zum Therapiebeginn: 8 (IQR: 5–10) Tage.
  • Eine antivirale Therapie wurde bei 285 Patienten eingeleitet, bei 78 % bei der Einweisung. Bei 38 % wurde eine invasive mechanische Beatmung (MV) eingeleitet.
  • Mediane Nachbeobachtungszeit von 11 Tagen, 59 % entwickelten einen PaO2/FiO2-Quotienten von 
  • 66 % erreichten eine virale Clearance (VC) mit einem Median von 17 Tagen (IQR: 11–23 Tage) PSO. Die Wahrscheinlichkeit einer VC innerhalb von 20 und 30 Tagen betrug 51 % (95 %-KI: 44,9–57,2 %) bzw. 78,2 % (95 %-KI: 72,2–83,7 %).
  • Multivariable Poisson-Verteilung: Patienten mit Komorbiditäten zur Baseline (adjustiertes Verhältnis der Inzidenzrate [adjusted incidence rate ratio, aIRR]: 0,90; p = 0,049) und PaO2/FiO2 
  • Stratifiziert nach Schwere: Patienten mit PaO2/FiO2 ≥ 300 mit Symptomen seit > 16 Tagen vor der Krankenhauseinweisung erreichten mit geringerer Wahrscheinlichkeit eine VC (aIRR: 0,47; p = 0,042).
  • In einem gewichteten Cox-Modell mit einer umgekehrten Wahrscheinlichkeitsberechnung konnte eine kürzere Virusausschüttung mit einer höheren klinischen Genesungsrate in Verbindung gebracht werden (adjustierte HR: 2,76; 95 %-KI: 1,96–3,88).

Studiendesign

  • Beobachtende, retrospektive, monozentrische Kohortenbeurteilung der Zeit bis zur Clearance des Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2 (SARS-CoV-2), der prädiktiven Faktoren, der Wahrscheinlichkeit für eine klinische Genesung und einer invasiven MV bei italienischen Patienten mit bestätigter COVID-19-Infektionserkrankung.
  • Finanzierung: Nicht offengelegt.

Einschränkungen

  • Beobachtungsstudie, verbleibende ungemessene Störfaktoren.
  • Auswahlverzerrung.

Kommentar

„Trotz großer Mengen jüngst erzeugter Daten zu SARS-CoV-2 sind die viralen Dynamiken noch kaum verstanden“, sagte Prüfleiterin Annalisa Mondi vom National Institute for Infectious Diseases in Mailand. Die Ergebnisse unterstreichen, dass ein schnelleres Erreichen einer viralen Clearance mit einem besseren klinischen Ergebnis einhergeht, sagte sie.