AIDS 2020 – UNAIDS: COVID-19 hat den Fortschritt in Richtung Eliminierung von HIV in Schwarzafrika erheblich ausgebremst


  • Liz Scherer
  • Conference Reports
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Erkenntnis

  • Menschen mit HIV und/oder Tuberkulose (TB), die in schwarzafrikanischen Ländern leben, haben aufgrund signifikanter Unterbrechungen der Gesundheits-/HIV-Versorgung ein höheres Risiko für COVID-19-bedingte Morbidität und Mortalität.
  • Der Fortschritt in Richtung der Beendigung von AIDS bis 2030 wurde durch COVID-19 weiter aus dem Zeitplan gebracht.

Warum das wichtig ist

  • Die HIV betreffende Kommunikation zwischen Patient und Klinik sollte beibehalten und die entsprechenden Logistik- und Versorgungsketten für HIV-Medikamente und Testkits sollten sichergestellt werden.
  • Medikamentenabgaben sollten mehrmals im Monat erfolgen.
  • HIV-Infizierte sind als Hochrisikogruppe für COVID-19-Anfälligkeit zu betrachten.

Wichtigste Punkte

  • Modellgestützte Schätzungen deuten darauf hin, dass eine 6-monatige Unterbrechung einer antiretroviralen Therapie (ART) zu > 500.000 (Bereich: 471.000–673.000) zusätzlichen Todesfällen aufgrund von AIDS-bedingten Erkrankungen (z. B. TB) zwischen 2020 und 2021 führen könnte.
  • Durch COVID-19 verursachte Unterbrechungen der Prävention einer HIV-Übertragung von Mutter zu Kind werden möglicherweise zu einem Anstieg der Neuinfektionen bei Kindern führen, d. h. insgesamt um > 50 % in Malawi, Uganda und Simbabwe und um 83 % in Mosambik.
  • Es wird erwartet, dass Unterbrechungen der ART bei 20 % der HIV-Infizierten über 6 Monate zu 110.000 zusätzlichen AIDS-bedingten Todesfällen führen.
  • Eine signifikante Auswirkung wurde bei sozioökonomisch benachteiligten und am gesellschaftlichen Rand stehenden Personen beobachtet, sowie bei Menschen mit Grunderkrankungen.
  • Die vorläufige Analyse der Daten aus einer Gesundheitserhebung (Angola, Haiti, Malawi, Mosambik, Ruanda, Südafrika, Sambia und Simbabwe) ergab, dass HIV-Infizierte Schwierigkeiten bei der Einhaltung der Richtlinien zur sozialen Distanzierung haben, da sie mit erheblich höherer Wahrscheinlichkeit in einem Haushalt mit einer gemeinsam genutzten Toilette und ohne Rundfunk leben.
  • Die freiwillige medizinische Beschneidung von Männern, Kondomproduktion/-verteilung, Präexpositionsprophylaxe, HIV-Tests/Behandlung und andere Programme waren alle negativ betroffen.
  • Manche Länder stellen die COVID-19-Exposition und -Übertragung per Gesetz unter Strafe, was sich auf das Verhalten und die Auskunftsbereitschaft von medizinische Hilfe suchenden HIV-Patienten auswirkt.
  • Auch große Anteile von Migranten, die in Lagern leben, stehen unter einem erheblichen Risiko.

Kommentar

„Unser Fortschritt in Richtung der Beendigung von AIDS als Bedrohung für die öffentliche Gesundheit bis 2030 war bereits vor dem Ausbruch von COVID-19 aus dem Zeitplan. Diese Krise könnte uns jetzt noch weiter vom Zeitplan abbringen“, sagte UNAIDS-Exekutivdirektorin Winnie Byanyima in der Fachzeitschrift „Report's Foreward“.