AIDS 2020 – COVID-19 ausgesetzt zu sein, verschärft die sozioökonomischen Schwachstellen der Angehörigen der LGBTI+ Community und erhöht das HIV-Expositionsrisiko


  • Liz Scherer
  • Conference Reports
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Erkenntnis

  • COVID-19 hat nicht nur die speziellen Schwachstellen von Angehörigen der lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgender- und intersexuellen (LGBTI+) Community bloßgelegt, sondern die Studienergebnisse weisen ebenfalls auf eine erhöhte HIV-Exposition hin, die durch die sozioökonomischen Auswirkungen bedingt ist.

Warum das wichtig ist

  • Führen Sie während der COVID-19-Pandemie Patientenpopulationen aus der anfälligen LGBTI+ Community, insbesondere Sexarbeiter und Konsumenten intravenös verabreichter (i.v.) Drogen, gezielt an Maßnahmen telemedizinischer Interventionen und Medikamentenunterstützungsprogramme heran.

Wesentliche Ergebnisse

  • 13,562 Befragte.
  • 91 % gaben eine teilweise oder vollständig durch COVID-19 bedingte Einschränkung an.
  • ~26 % (1.140) der mit HIV lebenden Personen (PLH) gaben einen unterbrochenen oder eingeschränkten Zugang zur antiretroviralen Therapie (ART) an und 55 % berichteten, dass ihnen ein 1-Monats-Bestand verblieben ist.
  • 47 % (9.478) der derzeit arbeitenden Befragten gaben an, einen Verlust ihres Arbeitsplatzes zu erwarten, und 12,6 % haben ihre Arbeitsplätze bereits verloren.
  • Fast drei Viertel der 45 %, die an der Umfrage teilnahmen und die mit ökonomischen Schwierigkeiten konfrontiert sind, sagen, dass sie ihre grundlegenden Bedürfnisse nicht erfüllen können, und 1 % (1.532) haben Tätigkeiten in der Sexarbeit aufgenommen.
  • Die durch COVID-19 hervorgerufene wirtschaftliche Notlage hat die Möglichkeit verringert, auf sichere Sexualpraktiken zu bestehen, und so die HIV-Exposition aufgrund von kondomlosem Sex (3 %) und dem Eingehen höherer Risiken (7 %) verstärkt.
  • Konsumenten von i.v. Drogen berichten von einem eingeschränkterem Zugang zu sicherem Spritzbesteck (36 %, 224) und zu einer Opioidsubstitutionstherapie (26 %).

Studiendesign

  • Querschnitts-Onlineumfrage unter Teilnehmern, die in 138 Gebieten/Ländern der LGBT+ Community angehören, um die Auswirkung von COVID-19 auf die ökonomischen Schwachstellen und der sich daraus ergebenden Anfälligkeit für eine Exposition gegenüber und Infektion mit HIV zu bestimmen.
  • Finanzierung: Nicht offengelegt.

Einschränkungen

  • Beobachtungsstudie. 
  • Verzerrung, da es sich um Selbstauskünfte handelt.

Kommentar

Dr. LaMontagne merkt an, dass die COVID-19-Pandemie die Anfälligkeit von Gruppen, die bereits einem Risiko unterliegen, erhöht, wodurch die Ungleichheiten noch verschlimmert werden. Er erklärte, dass verschiedene Risikoprofile auftauchen (z. B. Aufnehmen von Sexarbeit) und sich als Ergebnis daraus bereits bestehende Anfälligkeitsfaktoren noch vergrößern und verstärkt werden. Trotz eingeschränkter Mobilität und sozialer Einbindung erwarten Experten keinen Einbruch bei den HIV-Fällen.