AHA 2019 — Colchicin senkt nach MI das Risiko für weitere kardiovaskuläre Ereignisse


  • Daniel M. Keller, Ph.D
  • Conference Reports
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Erkenntnis

  • Bei Patienten mit kürzlich aufgetretenem Myokardinfarkt (MI) senkte Colchicin im Vergleich zu Placebo das Risiko für die ersten (23 %) und die insgesamt auftretenden ischämischen kardiovaskulären (KV) Ereignisse (34 %).

Warum das wichtig ist

  • Entzündungen tragen zu Atherosklerose und deren Komplikationen bei.
  • Colchicin ist ein orales, weithin verfügbares, potentes entzündungshemmendes Medikament, das nun auch nachgewiesenermaßen das Risiko für atherosklerotische Ereignisse nach kürzlich aufgetretenem MI senkt.

Studiendesign

  • Patienten ≤ 30 Tage nach dem MI, die Statine und Thrombozyten-Aggregationshemmer (± andere Medikamente) erhielten.
  • Die Gruppen wurden hinsichtlich Alter (60,5 Jahre), Demografie, Krankenvorgeschichte, Zeit nach MI bis zur Randomisierung (13,5 Tage) und Medikation gut abgestimmt.
  • Die perkutane Intervention wurde abgeschlossen, falls geplant.
  • Randomisierte Zuweisung zu Colchicin 0,5 mg/Tag (n = 2.366) oder Placebo (n = 2.379).
  • Kanadische öffentliche Fonds und philanthropische Stiftungen unterstützten die Studie.

Wesentliche Ergebnisse

  • Primärer zusammengesetzter Endpunkt: Zeit bis zu kardiovaskulärem Tod, erstem Herzstillstand mit Wiederbelebung, MI, Schlaganfall oder dringende koronare Revaskularisation.
    • Nachbeobachtung: 42 Monate.
    • Colchicin: 5,5 % vs. Placebo: 7,1 % (HR: 0,77; 95 %-KI: 0,61–0,96; p = 0,02).
  • Statistisch signifikante Komponenten des primären Endpunkts.
    • Schlaganfall: 0,2 % bzw. 0,8 % (HR: 0,26; 95 %-KI: 0,10–0,70).
    • dringende Revaskularisation: 1,1 % bzw. 2,1 % (HR: 0,50; 95 %-KI: 0,31–0,81).
  • Colchicin senkte die (ersten und wiederkehrenden) Ereignisse des primären Endpunkts um 34 %.
  • Niedrige UE-Raten: mit Colchicin keine verstärkte Diarrhö, aber geringe Zunahme bei Pneumonie, Übelkeit und Flatulenz.

Einschränkungen

  • Risiken/Nutzen der Behandlung > 23 Monaten wurden nicht evaluiert.
  • Größere Studie zur besseren Beurteilung individueller Endpunkte, Untergruppen und Risiken erforderlich.
  • Patienten hatten kürzlich einen MI; der Nutzen von Colchicin bei anderen Hochrisikopatienten ist unbekannt.