Affenpocken: STIKO empfiehlt Impfung für Risikogruppen

  • Presseagentur Gesundheit (pag)
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Berlin (pag) – Gefährdeten Personengruppen empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Impfung gegen Affenpocken. Ein Impfstoff sei bereits zugelassen, werde zunächst aber nur eingeschränkt verfügbar sein.

Die STIKO empfiehlt angesichts der „ungewöhnlich vielen Fälle“ von Affenpocken eine Impfung für bestimmte Risikogruppen. Der Beschlussentwurf der Empfehlung sei in das Stellungnahmeverfahren mit den Bundesländern und beteiligten Fachkreisen gegangen und damit noch unter Vorbehalt, heißt es in einer Mitteilung.

Die Postexpositionsprophylaxe empfiehlt das Gremium Menschen, die engeren körperlichen Kontakt mit erkrankten Personen hatten; nach Kontakt ohne ausreichende Schutzausrichtung zu infizierten Personen oder infektiösen Materialien in der medizinischen Versorgung sowie Personal in Laboratorien mit akzidentell ungeschütztem Kontakt zu Proben. Die Postexpositionsprophylaxe sollte so früh wie möglich im Zeitraum von bis zu 14 Tagen nach der Exposition erfolgen, um eine Infektion zu verhindern.

Die Indikationsimpfung soll Risikopersonen vor einer Infektion schützen. Sie wird empfohlen für Männer, die gleichgeschlechtliche sexuelle Kontakte mit wechselnden Partnern haben sowie Personal in Speziallaboren mit Tätigkeiten mit infektiösen Laborproben.

Der in der EU bereits zugelassene Pockenimpfstoff Imvanex kann auch gegen Affenpocken eingesetzt werden. „Am 15. Juni steht der Impfstoff bereit“, kündigt Gesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach auf Twitter an. Da dieser zunächst nur eingeschränkt verfügbar sein wird, empfiehlt die STIKO, bevorzugt exponierten Personen eine Postexpositionsprophylaxe anzubieten. Die Grundimmunisierung sollte mit zwei Impfstoffdosen in einem Abstand von mindestens 28 Tagen erfolgen. Bei Personen, die bereits gegen Pocken geimpft wurden, reicht eine einmalige Impfstoffgabe aus.