Ärzteorganisationen wollen Sektorengrenzen beseitigen

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Berlin (pag) – Zwölf Ärzteorganisationen fordern in der „Frankfurter Erklärung“ eine Neuordnung der sektorübergreifenden Versorgung. Dazu legen sie 14 Eckpunkte vor. Federführend sind der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) und der Bundesverband der Belegärzte (BdB). Die Unterzeichner fordern den Gesetzgeber auf, „eine moderne, patientengerechte und ressourcenschonende ärztliche Behandlung an der Schnittstelle ambulant/stationär zu entwickeln“.

 

„Die Grundidee ist, dass alle stationären Leistungen mit einer mittleren Verweildauer von unter vier Tagen auch alternativ intersektoral erbracht werden können“, erläutert Dr. Andreas Hellmann, stellvertretender BdB-Vorsitzender. Die bisherigen Hürden an der Sektorengrenze würden mit diesem Vorschlag beseitigt. In den Eckpunkten heißt es dazu weiter: „Die Behandlungssteuerung erfolgt grundsätzlich ambulant vor stationär.“ Der Leistungskatalog soll auf dem DRG-Katalog basieren. Der Gemeinsame Bundesausschuss bekomme die Aufgabe, diesen zu prüfen und zu entwickeln. Die Vergütung erfolge direkt durch die Kassen. Das Belegarztsystem müsse weiterentwickelt werden. Teil des Forderungskatalog ist auch eine Verschlankung des SGB V. So lautet der erste Eckpunkt: „Alle Leistungen nach §§ 115, 115 a, 115 b, 115 c, 115 d, 116, 116 a, 116 b, 118, 118 a, 119 c, 120, 121, 122 SGB V werden in einem § 115 NEU zusammengefasst.“

Die Sicherstellung der ärztlich-medizinischen Versorgung über die Schnittstelle ambulant-stationär hinweg sei die entscheidende Herausforderung für die Gesundheitspolitik, meinen die Unterzeichner. Mit ihrem Vorschlag würden bestehende Strukturen der sektorenverbindenden Versorgung weiterentwickelt. „Belegärzte spielen dabei eine unverzichtbare Rolle“, sagt SpiFa-Hauptgeschäftsführer Lars F. Lindemann. Bisherige Versuche seitens der Politik, Sektorengrenzen zu überwinden oder sie zu öffnen seien gescheitert oder nicht nachhaltig erfolgreich gewesen.

 

Die „Eckpunkte für eine moderne Struktur der sektorenverbindenden medizinischen Versorgung“ finden Sie hier.