Ärzte verwandeln Entlassbriefe in Patientenbriefe

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Berlin (pag) – Auf der Online-Plattform „Was hab ich“ übersetzen ehrenamtlich tätige Ärzte und Medizinstudenten Befunde für Fachfremde. Die Macher der Webseite haben außerdem ein Pilotprojekt mit der Paracelsus-Klinik Bad Ems ins Leben gerufen, bei dem Entlassbriefe in verständliche Patientenbriefe umgewandelt wurden. Nicht nur bei Patienten kommt das Projekt an, sondern auch bei Ärzten. Die Ergebnisse stellt „Was hab ich“ auf einer Konferenz vor.

„Ich habe viele begeisterte Rückmeldungen bekommen – von den Patienten, aber auch von den niedergelassenen Ärzten“, verrät Dr. Holger-Carsten Eberle, Chefarzt Innere Medizin an der Paracelsus-Klinik, im Ergebnisbericht des Projektes „Mehr Gesundheitskompetenz durch Patientenbriefe“. Die ambulant-tätigen Mediziner „merken nämlich in der Sprechstunde, wenn die Patienten über ihre Erkrankung Bescheid wissen. Es verändert die Art, wie sie mit ihren Patienten reden“, hält Eberle fest. An der Klinik war er für die Umsetzung des Projektes, das von 2015 bis 2018 lief, zuständig.

Bei „Was hab ich“ handelt es sich um eine gGmbH. Seit acht Jahren setzt sie sich dafür ein, dass Patienten ihre Befunde verstehen. Auf der Homepage können sich Interessierte die Dokumente übersetzen lassen, mittlerweile sei die 40.000-Marke erreicht, hält Geschäftsführer Ansgar Jonietz fest. Botschafter der „Was hab ich“-Projekte ist Dr. Thomas Gebhart (CDU), parlamentarischer Geschäftsführer im Bundesgesundheitsministerium. Er schätzt den Ansatz, dass Ärzte und Medizinstudenten die Übersetzungen vornehmen. Es handele sich um „eine klassische Win-Win-Situation“. Nicht nur Patienten profitierten, sondern auch Mediziner.

Noch im Juni startet das Unternehmen das nächste Pilotprojekt: die vollautomatisierte Erstellung der Patientenbriefe. Außerdem will das Unternehmen seine Fühler weiter in die ambulante Versorgung ausstrecken, zielgruppenangepasster arbeiten und Übersetzungen mehrsprachig anbieten.