Ärzte in Deutschland verordnen seltener Antibiotika

  • Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi)

  • von Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Kernbotschaft

Niedergelassene Ärzte in Deutschland haben im vergangenen Jahr weniger Antibiotika verschrieben als noch 2010. Seitdem ist die Zahl der Verordnungen um mehr als ein Fünftel gesunken, wie aus der aktuellen Versorgungsatlas-Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) hervorgeht. Dies gilt vor allem für die Kinder- und Jugendmedizin.

Weniger Verordnungen bei Kindern und Jugendlichen

Während im Jahr 2010 laut I Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland noch 562 Verordnungen pro 1.000 GKV-Versicherte ausgestellt wurden, waren es 2018 nur noch 446 - ein Rückgang von 21 Prozent.   Besonders stark rückläufig waren laut Versorgungsatlas-Studie Verordnungen für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre. Bei Neugeborenen und Säuglingen (0–1 Jahr) wurde der deutlichste Rückgang beobachtet, wie das ZI weiter mitteilte . Hier habe sich die Verordnungsrate von 630 Verordnungen pro 1.000 Versicherte im Jahr 2010 auf 320 im Jahr 2018 fast halbiert.

Der starke Rückgang des Antibiotikagebrauchs im gesamten Alterssegment der 0- bis 14-Jährigen markiert einen tiefgreifenden Wandel in der pädiatrischen Versorgung“, sagte Forschungsleiter Dr. Jörg Bätzing.  Als einen möglichen Grund für den signifikanten Rückgang der Verordnungsraten führte das Institut die zahlreichen „Antibiotic Stewartship“- Programme in Deutschland an.

Regionale Unterschiede

Auch regional gibt es Unterschiede in der Häufigkeit der Verordnung von Antibiotika. So wurden laut ZI-Studie die Arzneistoffe bundesweit am häufigsten im Saarland (Saarland: 572 Verordnungen pro 1.000 Versicherte) und am seltensten in Sachsen (317 Verordnungen pro 1.000 Versicherte) verschrieben . Das Zentralinstitut unterstreicht hinsichtlich der großen Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern die Bedeutung  regional zugeschnittener Programme der KV-Bereiche zur Förderung eines rationalen Antibiotikaeinsatzes“.