Ärzte gegen Apotheker: Wer darf impfen, wer darf dispensieren?

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Berlin (pag) – Hausärzte wollen nicht, dass Apotheker impfen. Apotheker wollen nicht, dass Ärzte Medikamente ausgeben. Aktuell liegen die beiden Berufsgruppen bei diesen Vorschlägen über Kreuz.

 

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigelt, schlägt Medienberichten zufolge eine Reform des Arzneimittelgesetzes vor. Er wünscht sich, dass auch Ärzte rezeptpflichtige Medikamente an ihre Patienten ausgeben können. Davon verspreche er sich eine bessere Ressourcennutzung, speziell auf dem Land. Erwin Rüddel (CDU), Vorsitzender des Gesundheitsausschuss im Bundestag, und SPD-Vizefraktionschef Karl Lauterbach können sich mit der Idee anfreunden – die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) allerdings nicht. Die Trennung ärztlicher Tätigkeit von Arzneimittelabgabe „schützt den Arzt davor, in seiner Therapieentscheidung durch wirtschaftliche Erwägungen kompromittiert zu werden“, findet ABDA-Präsident Friedemann Schmidt und ergänzt: „Apotheker haben durch ihre spezialisierte Ausbildung in Sachen Arzneimittel in der Regel einen klaren Kompetenzvorsprung vor Ärzten. Das nutzt den Patienten.“

Die Forderung vieler Apotheker, selbst impfen zu dürfen, stößt wiederum beim Hausärzteverband auf Kritik. In diesem Fall reklamiert die Organisation die Kompetenz für sich. „Impfungen sind sehr sichere und wirkungsvolle Maßnahmen gegen eine Reihe schwerer Erkrankungen. In einzelnen Fällen kann es dabei aber, beispielsweise aufgrund bestimmter Allergien, zu Komplikationen kommen“, sagt Weigelt, „hier muss eine Ärztin oder ein Arzt dann unverzüglich eingreifen können.“ Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) steht impfenden Apothekern allerdings nicht ablehnend gegenüber.

 

Beide Berufsgruppen sollten sich auf ihre Kernkompetenzen und das Patientenwohl konzentrieren, meint der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Die Forderung des Hausärzteverbands sei eine „Retourkutsche“, Impfen eine ärztliche und keine pharmazeutische Aufgabe. „Wir sollten keinen Basar im Gesundheitswesen über das Impfen und Dispensierrecht eröffnen“, sagt BDI-Vizepräsident Dr. Ivo Grebe.