Ärzte befürchten Ende der DMPs

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Berlin (pag) – Der Entwurf zum Faire-Kassenwahl-Gesetz (GKV-FKG) sieht eine Streichung der Programmkostenpauschale der Disease-Management-Programme (DMPs) vor. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) halten das für einen Fehler. Unterdessen bildet sich eine breite Front gegen die im GKV-FKG geplante Umstrukturierung des Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbands.

DMPs haben nach Ansicht der KBV nachhaltige Praxisstrukturen und Versorgungsabläufe möglich gemacht. Sie leisteten einen Mehrwert zur Versorgung und Therapie von chronisch Kranken. Außerdem berücksichtigten die strukturierten Behandlungsprogramme den demografischen Wandel. Es entstehe „ein hohes Risiko, diese innovative Form der Versorgung wieder ersatzlos zu beenden“, malt die KBV den Teufel an die Wand. Diese Sorge teilt der SpiFa: „Ohne eine adäquate Gegenfinanzierung werden die DMPs nicht weiterbestehen, was für mehrere Millionen chronisch kranke Menschen erhebliche negative gesundheitliche Konsequenzen bedeuten wird.“ Von der Streichung seien besonders internistische Fachgruppen betroffen. „Wir fordern den Gesetzgeber daher auf, von der geplanten Streichung der Programmkostenpauschale in den DMPs Abstand zu nehmen“, sagt SpiFa-Vorstandsmitglied Dr. Hans-Friedrich Spies.

Die KBV sieht zudem die angestrebte personelle Umstrukturierung des Verwaltungsrates des GKV-Spitzenverbandes – Kassenchefs statt Ehrenamtliche – kritisch: Dabei handele es sich um einen einschneidenden Eingriff in die Selbstverwaltung. Diese geplante Regelung ist auch Thema einer Sondersitzung des Verwaltungsrates. In einer einstimmig verabschiedeten und scharf formulierten Erklärung fordern die Mitglieder die Bundesregierung auf, „die soziale Selbstverwaltung zu stärken und die Mitbestimmung zu erhalten“. Unterstützt werden sie dabei vom Deutschen Gewerkschaftsbund, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, dem Zentralverband des Deutschen Handwerks und der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, deren Vertreter bei der Sondersitzung persönlich anwesend sind.