Adjuvante Chemotherapie beim Pankreaskarzinom: FOLFIRNOX schlägt Gemcitabin


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Das mediane Überleben beim resektierten Pankreaskarzinom steigt unter adjuvantem FOLFIRINOX gegenüber Gemcitabin von 12,8 auf 21,6 Monate. Obwohl die Therapie angepasst wurde, um die Toxizität zu verringern, stieg der Anteil schwerer Nebenwirkungen ebenfalls an, und zwar von 52,9 auf 75,9 %.

Hintergrund

Mit der Einführung der Dreierkombination aus 5-Fluoruracil, Irinotecan und Oxaliplatin (FOLFIRINOX) ist es gelungen, die Überlebenszeiten von Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom gegenüber der Gemcitabin-Therapie zu verbessern. Die einzige Chance auf Heilung besteht in der Resektion des Tumors, allerdings sind die 5-Jahres-Überlebensraten nach dem Eingriff mit etwa 10 % sehr niedrig und die Rückfallraten auch nach einer adjuvanten Chemotherapie mit Gemcitabin oder einem Fluoropyrimidin hoch. Die Autoren haben sich deshalb entschieden, in diesem Setting ein FOLFIRINOX-Regime mit Gemcitabin zu vergleichen.

Design

Randomisierte Studie der Phase 3 zur Wirksamkeit eines modifizierten FOLFIRINOX-Regimes (ohne Bolus-Fluorouracil und mit, nach Protokoll-spezifizierter Sicherheitsanalyse von 180 auf 150 mg/m2 reduziertem, Irinotecan) gegenüber Gemcitabin als adjuvante Therapie bei 493 Patienten mit resektierten duktalen Adenokarzinomen des Pankreas. Primäres Studienziel war das krankheitsfreie Überleben; Gesamtüberleben und Sicherheit waren die sekundären Endpunkte.

Hauptergebnisse

  • Nach einem medianen Follow-Up von 33,6 Monaten betrug das mediane krankheitsfreie Überleben in der FOLFIRINOX-Gruppe 21,6 Monate gegenüber 12,8 Monaten unter Gemcitabin.
  • Nach 3 Jahren war der Anteil krankheitsfreier Überlebender unter dem modifizierten FOLFIRINOX-Regime 39,7 % gegenüber 21,4 % in der Gemcitabin-Gruppe.
  • Das mediane Gesamtüberleben betrug 54,4 Monate (modifiziertes FOLFIRINOX) gegenüber 35,0 Monaten (Gemcitabin). Dies entspricht einem stratifizierten Chancenverhältnis HR von 0,64 bei einem 95%-Konfidenzintervall von 0,48 bis 0,86 (P=0,003).
  • Die 3-Jahres-Gesamtüberlebensrate betrug unter FOLFIRINOX 63,4 % und unter Gemcitabin 48.6 %.
  • Nebenwirkungen der Schweregrade 3 oder 4 traten mit 75,9 % unter FOLFIRINOX häufiger au als unter Gemcitabin (52,9 %).

Klinische Bedeutung

Die Ergebnisse der Studie sind eindeutig: FOLFIRINOX als adjuvante Therapie verlängert das Überleben. Trotz der Modifikation, die die Autoren vorgenommen haben, um die Therapie weniger toxisch zu machen, hat der Erfolg seinen Preis, den die Patienten in Form einer deutlich erhöhten Rate an schweren Nebenwirkungen zahlen müssen.

Finanzierung: R&D Unicancer u.a.