Adipositas überträgt sich per Kaiserschnitt und Darmbakterien von Mutter auf Kind


  • Susanne Kressenstein
  • Medizinische Nachrichten
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Haben der Geburtsmodus und die Darmflora des Neugeborenen einen Einfluss auf die Übertragung von mütterlichem Übergewicht während der Schwangerschaft auf ihr Kind? Dieser Frage gingen kanadische Forscher nach, nachdem in den letzten Jahren immer wieder aufgefallen war, dass die Kinder von adipösen Müttern deutlich häufiger auch übergewichtig werden als die Kinder normalgewichtiger Frauen.

Teilnehmer der Kohortenstudie waren 935 Mutter-Kind-Paare. 41 Prozent der Frauen waren mehr oder weniger übergewichtig. Von allen Kindern waren im Alter von einem Jahr 7,5 Prozent übergewichtig, im Alter von drei Jahren bereits mehr als jedes zehnte Kind.

Die Studiendaten zeigen: Ist eine Frau während der Schwangerschaft übergewichtig oder adipös und entbindet sie ihr Kind vaginal, ist das Risiko für Übergewicht bei ihrem Kind im Alter von drei Jahren verdreifacht. Kommt das Kinder der Übergewichtigen per Kaiserschnitt auf die Welt, erhöht sich das Risiko für kindliches Übergewicht sogar auf das Fünffache.

Auch die Darmflora scheint eine Rolle bei der Entwicklung von Adipositas beim Nachwuchs zu spielen. Bekannt war bislang, dass eine Geburt per Sectio die Entwicklung der Darmflora beim Säugling verändert. Dazu untersuchten die Wissenschaftler jetzt die Darmflora von Kindern im Alter von dreieinhalb Monaten. Es zeigte sich, dass die Stuhlproben von Kindern adipöser Mütter im Vergleich zu Kindern normalgewichtiger Frauen andere Bakterien im Darm aufwiesen. In erster Linie Bakterien der Familie Lachnospiraceae, die zur Ordnung der Clostridien gehören, waren bei Kindern Übergewichtiger insbesondere dann erhöht, wenn das Kind das Licht der Welt per Kaiserschnitt erblickte.