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Adipositas: Störung der Energiegewinnung im Gehirn


  • Susanne Kressenstein
  • Studien – kurz & knapp

Kernbotschaft: Offensichtlich ist die Energieproduktion im Gehirn von adipösen Menschen reduziert. Dies könnte das fehlende Sättigungsgefühl von Übergewichtigen erklären. 

Hintergrund: Glukose wandelt sich in Energie um und signalisiert dem Gehirn: Ich bin satt. Bei Übergewichtigen stellt sich dieses Sättigungsgefühl oft erst viel später ein. Dass es einen Zusammenhang zwischen steigendem Körpergewicht und reduziertem Energiegehalt im menschlichen Gehirn gibt, steht schon seit längerem fest. Der Grund für diesen Energiemangel war aber bislang nicht klar. 

Design:17 normalgewichten und 13 adipösen Männern wurde intravenös Glukose verabreicht. Nachdem der Blutzucker künstlich erhöht worden war, untersuchte man das Gehirn. Gemessen wurde dann der zerebrale Gehalt der Energieträger Adenosintriphosphat und Phosphokreatin.

Ergebnisse: Nach Verabreichung von Glukose stieg bei den Teilnehmern mit normalem Körpergewicht die verfügbare Energie im Gehirn sofort an. Bei den übergewichtigen Teilnehmern geschah nichts dergleichen. Erst nachdem eine deutlich höhere Menge Glukose verabreicht wurde, stieg auch die verfügbare Energie im Gehirn der Übergewichtigen etwas an. 

Klinische Bedeutung: „Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass bei Übergewichtigen eine Störung der Energiegewinnung im Gehirn vorliegt“, so Erstautorin Ewelina Wardzinski. „Möglicherweise erklärt diese Störung den chronisch reduzierten zerebralen Energiestatus bei den Betroffenen und auch, warum Übergewichtige oft kein Sättigungsgefühl spüren. Dann hungert das Gehirn gewissermaßen.“

Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft