ACEP 2018 – Die OAK-Leitlinien zur VHF-Schlaganfall-Prophylaxe zu ignorieren, ist gefährlich


  • Marilyn White, MPH
  • Conference Reports
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Erkenntnis

  • Die frühzeitige Verschreibung oraler Antikoagulanzien (OAK) hat möglicherweise keine Auswirkungen auf die Ergebnisse, jedoch wurden bei Einhaltung der Leitlinien (hochgradige OAK-Exposition) weniger ischämische Schlaganfälle beobachtet.

Warum das wichtig ist

  • Die Leitlinien der American Heart Association, des American College of Chest Physicians und der European Society of Cardiology
    empfehlen OAK für Patienten mit Vorhofflimmern (VHF) als Schlaganfall-Prophylaxe, allerdings erhalten noch wenige Patienten eine entsprechende Verordnung.

Studiendesign

  • Eine retrospektive VHF-Kohortenstudie mit Patienten ≥ 65 Jahre. Verglichen wurden die Patienten, die innerhalb von 10 Tagen nach einer neuen VHF-Diagnose eine Verschreibung erhielten (frühzeitige OAK), mit denen, die in diesem Zeitraum keine Verschreibung erhielten (späte OAK).
  • Die Patienten hatten eine hohe oder niedrige OAK-Exposition und wurden mindestens 330 und maximal 640 Tage lang nachbeobachtet.
  • Finanzierung: NIH.

Wesentliche Ergebnisse

  • Von insgesamt 9.147 Patienten mit einer neuen VHF-Diagnose erhielten 81,8 % erst spät OAK verschrieben.
  • Für die Auswertung infrage kommende VHF-Patienten (n = 3.983), definiert als Patienten mit hohem Schlaganfallrisiko und niedrigem bis intermediärem Blutungsrisiko, wurden analysiert: 1.010 mit frühzeitigen OAK (25,4 %) und 2.973 mit späten OAK (74,6 %). 
  • Es gab 2.968 (74,5 %) Frauen: 701 (69,4 %) mit frühzeitigen OAK, 2.267 (76,3 %) mit späten OAK (p 
  • Patienten aus dem ländlichen Raum insgesamt: 1.333 (33,5 %): 399 (39,5 %) frühzeitige OAK, 934 (31,4 %) späte OAK (p 
  • Hinsichtlich der Rate ischämischer Schlaganfälle wurde zwischen frühzeitig und spät verschriebenen OAK kein Unterschied festgestellt (p = 0,15). 
  • Patienten mit hoher OAK-Exposition erlitten weniger ischämische Schlaganfälle als Patienten mit niedriger Exposition (p = 0,04).
  • Trends bei hoher OAK-Exposition zeigen ein geringeres Risiko für einen ischämischen Schlaganfall (HR: 0,27; 95 %-KI: 0,07–1,06; p = 0,06) und ein höheres Risiko für Blutungen (HR: 2,49; 95 %-KI: 0,95–6,51; p = 0,06). 

Einschränkungen

  • Alle in der Studie berücksichtigten Patienten hatten einen Medicare-Versicherungstarif mit „Fee-for-Service“ (Einzelleistungsvergütung) und „Part D“ (prescription drug coverage, Kostenerstattung für verschreibungspflichtige Medikamente).