ABDA: Impfen ist "zentrale ärztliche Leistung"

Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Berlin (pag) – Dass das Apothekenstärkungsgesetz noch in diesem Jahr in die Puschen kommt, hofft die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). In Sachen Grippeimpfung gibt sich der Verband betont zurückhaltend.

 

Die Zeichen dafür, dass das Gesetzgebungsverfahren für das Vor-Ort-Apothekenstärkungsgesetz (VOASG) nach über einem halben Jahr endlich Fahrt aufnimmt, stehen gut. Am 30. Juni wurde bekannt, dass es in der ersten Sitzungswoche nach den Sommerferien in den Bundestag eingebracht werden soll. Die erste Anhörung im Gesundheitsausschuss ist für den 16. September geplant. „Die Koalition erwartet, dass bis zum Herbst die Stellungnahme der EU-Kommission vorliegt“, berichtet ABDA-Präsident Friedemann Schmidt auf einer Online-Pressekonferenz anlässlich der Mitgliederversammlung der Vereinigung. Die Gespräche mit der EU-Behörde über die Europarechtskonformität der im Gesetz vorgesehenen Einführung von gleichen Preisen für Rx-Arzneien im Versandhandel liefen laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) konstruktiv. Wichtig sei, dass „das Problem nicht länger aufgeschoben wird“, sagt Schmidt. Nachbesserungsbedarf sieht die ABDA bei der Gleichpreisigkeit, da diese im ausländischen Versandhandel nur für den GKV-Bereich, aber nicht bei Privatpatienten und Selbstzahlern gelten soll.

 

In Bezug auf die Modellprojekte zur Grippeimpfung in Apotheken betont Schmidt, dass Impfungen weiterhin „eine zentrale ärztliche Leistung“ seien. Die neue Möglichkeit für bestimmte Patienten, sich in den Offizinen impfen zu lassen, sei dazu nur eine ergänzende Leistung – „das wird so von uns verstanden“. Das werde auch bei einer vielleicht anstehenden Covid-19-Massenimpfung so sein. Die Apotheker stünden zwar bereit, wenn es darum gehen sollte, die Bevölkerung innerhalb kürzester Zeit durchzuimpfen, „wir bewerben uns aber nicht um diese Rolle“, so Schmidt.

Diese Aussagen begrüßt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). „Wir halten die Klarstellung der ABDA für unerlässlich und erachten es als essenziell, dass sich die Spitzenorganisation der Apothekerinnen und Apotheker so äußert“, sagt KBV-Chef Dr. Andreas Gassen.