AAN 2019—Gleichgewichtsstörungen kommen bei Menschen mit HIV-Infektion und sensorischer Polyneuropathie häufiger vor


  • Daniel M. Keller, Ph.D
  • Conference Reports
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Erkenntnis

  • Gleichgewichtsstörungen kommen bei Menschen mit einer HIV-Infektion (HIV-Patienten) häufiger vor, vor allem wenn sie an chronischer distaler sensorischer Polyneuropathie (cDSPN) leiden und/oder fortgeschrittenes Alter aufweisen, was ein erhöhtes Sturzrisiko mit sich bringt.

Warum das wichtig ist

  • Wenn HIV-Patienten mit cDSPN erkannt werden, kann ihre Behandlung besser geplant werden, um Gleichgewichtsstörungen, Stürze und Abhängigkeiten in Bezug auf ihre Funktionsfähigkeit zu verhindern.

Wesentliche Ergebnisse

  • Gleichgewichtsstörungen kamen bei HIV-Patienten häufiger vor als bei gesunden Kontrollpersonen (OR = 2,7).
  • Unter HIV-Patienten waren Gleichgewichtsstörungen häufiger bei einer cDSPN als ohne (OR = 3,3; 95 %-KI: 2,6–4,3).
  • Hinweise auf cDSPN wiesen einen höheren Prognosewert für Gleichgewichtsstörungen auf als entsprechende Symptome. Für mind. zwei Hinweise, OR = 5,45 (95 %-KI: 4,11–7,11); für einen Hinweis, OR = 2,45 (95 %-KI: 1,82–3,28).
  • Symptome: Schmerzen, OR = 1,81 (95 %-KI: 1,68–1,96); Parästhesie, OR = 2,23 (95 %-KI: 2,10–2,48); Verlust des Gefühls, OR = 2,04 (95 %-KI: 1,87–2,22).
  • Ataxie (4,3 %) kam häufiger mit Gleichgewichtsstörungen (13 %) als ohne (3 %) vor.

Studiendesign

  • Ambulante Erwachsene (n = 3379) mit oder ohne HIV-Infektion unterzogen sich einer neurologischen Untersuchung zur Dokumentation von cDSPN und angegebenen neuropathischen Symptomen.
  • Die Teilnehmer berichteten von Gleichgewichtsproblemen und Stürzen in den vergangenen zehn Jahren.
  • Finanzierung durch NIH.

Einschränkungen

  • Design als Querschnittstudie erlaubt keine kausale Bestimmung zwischen Polyneuropathie und einer HIV-Erkrankung.
  • Durch die Forderung nach ambulanten Teilnehmern wurden eventuell Fälle mit Polyneuropathie und HIV-Erkrankung übersehen.