AACR 2020 - Gefährliche Verbindungen zwischen Antibiotika-Einsatz und Darmkrebsrisiko


  • Cristina Ferrario — Agenzia Zoe
  • Univadis
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Erkenntnis

  • Der Einsatz von Antibiotika ist signifikant mit einem erhöhten Risiko für Kolonkarzinom verbunden, insbesondere im proximalen Kolon.
  • Eine mögliche inverse Assoziation für Rektalkarzinom bei Frauen wurde beobachtet.
  • Die Daten unterstützen die Hypothese für eine Bedeutung der Mikrobiota in diesem Prozess.

Warum das wichtig ist

  • Das Kolorektalkarzinom (CRC) ist eine der häufigsten Tumorarten in Industrieländern.
  • Die Ätiologie des CRC umfasst sowohl genetische als auch Umweltfaktoren.
  • Antibiotika können das CRC-Risiko durch Änderung der Darm-Mikrobiota beeinflussen, es sind jedoch weitere Daten notwendig.

Studiendesign

  • Landesweite, registerbasierte Fall-Kontroll-Studie.
  • Population: 40.545 CRC-Fälle des schwedischen Kolorektalkarzinom-Registers und 202.720 tumorfreie Kontrollen, angepasst nach Alter, Geschlecht und Land.
  • Definierte Antibiotika-Tagesdosen, Schätzungen des prophylaktischen Antibiotikagebrauchs und mögliche sozioökonomische Störfaktoren wurden aus den nationalen Registern erhoben.
  • Ziel war es, einen möglichen Zusammenhang zwischen Antibiotikagebrauch und CRC-Risiko zu untersuchen.

Wesentliche Ergebnisse

  • Zwischen Antibiotikagebrauch und CRC-Risiko wurde ein positiver Zusammenhang festgestellt (aOR starke Verwender vs. Nichtverwender 1,11; ptrend=0,014), stärker für proximales Kolonkarzinom.
  • Der Zusammenhang lag bei Null für das Rektalkarzinom, mit einer möglichen inversen Assoziation bei Frauen.
  • Kein Zusammenhang mit dem CRC-Risiko zeigte sich für Methenamin Hippurat, ein Wirkstoff mit keinen bekannten Effekten auf die Darm-Mikrobiota.
  • Ein positiver Zusammenhang für proximales Kolonkarzinom und ein negativer Zusammenhang für Rektalkarzinom wurden in frühen (Stadium I-II) bzw. späten (III-IV) Erkrankungsstadien festgestellt.

Einschränkungen

  • Fehlende Informationen zu Medikamentenadhärenz und potentiellen Risikofaktoren.
  • Eingeschränkte Informationen zu Komedikationen und Komorbiditäten.

Expertenkommentar

"Das Fehlen von Daten zu anderen Risikofaktoren und Komorbiditäten, die das Mikrobiom beeinflussen können, ist eine wichtige Einschränkung", sagte Jill E. Koshiol, Earl Stadtman Investigator, Division of Cancer Epidemiology & Genetics, National Cancer Insititute, Bethesda, Maryland. "Vielleicht könnte dieses Problem durch einen Blick auf andere Kohorten angegangen werden. Darüber hinaus könnte es nützlich sein, das Mikrobiom direkt zu messen".