AACR 2019—Virotherapie plus Radiotherapie zeigt Wirkung bei Ösophaguskarzinom


  • Keren Landman, MD
  • Univadis
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Erkenntnis

  • Eine Kombination aus Virotherapie und Radiotherapie mit Telomelysin (OBP-301) könnte eine Alternative zu invasiven Therapieformen für gebrechliche Patienten mit einem Ösophaguskarzinom darstellen.

Warum das wichtig ist

  • Die Standardtherapie bei einem Ösophaguskarzinom ist invasiv und nicht für alle Patienten geeignet, während eine Kombination aus Virotherapie und Radiotherapie besser verträglich ist.

Studiendesign

  • Offene Dosiseskalationsstudie der Phase I an 13 Patienten (mittleres Alter: 80 Jahre) mit einem histologisch bestätigten Ösophaguskarzinom, die als ungeeignet für einen standardmäßigen operativen Eingriff oder eine Chemotherapie eingestuft wurden.
  • Den Patienten wurden endoskopisch drei intratumorale Injektionen mit OBP-301 verabreicht, einem genetisch modifizierten Virus, das als Radiosensitizer wirkt und beim Krebs zu einem selektiven Zelltod führt. Die entsprechende Dosis lag zwischen 10 Milliarden und 1 Billion Viruspartikeln.
  • Die Patienten wurden gleichzeitig einer Strahlentherapie mit insgesamt 60 Gy unterzogen.
  • Finanzierung: Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Japan, japanische Agentur für medizinische Forschung und Entwicklung.

Wesentliche Ergebnisse

  • Die objektive Ansprechrate betrug 85 Prozent (8 Fälle mit vollständigem Ansprechen [CR], 3 Fälle mit partiellem Ansprechen).
    • Bei 83 Prozent der Patienten mit einer Erkrankung im Stadium I und bei 60 Prozent im Stadium II/III kam es zu einem CR (endoskopisch und pathologisch). 
  • In Biopsien nach der Behandlung konnten bei allen Patienten keine bösartigen Erkrankungen nachgewiesen werden.
  • Es kamen keine dosisbegrenzenden Toxizitäten vor. 
    • Häufig auftretende Toxizitäten waren Fieber, Ösophagitis, Pneumonitis, Anorexie, Obstipation und gastroösophagealer Reflux. 
    • Bei allen Patienten kam es zu einer vorübergehenden, selbstbegrenzenden Lymphopenie. 

Einschränkungen

  • Kleine Stichprobengröße, keine Vergleichsgruppe.

Expertenkommentar

  • „Ein wesentliches Anliegen bei Patienten mit einem Ösophaguskarzinom ist, dass nicht nur der Haupttumor, sondern auch die mikrometastatische Erkrankung behandelt wird“, sagte Dr. Geoffrey Ku, Leiter der Abteilung für Speiseröhre und Magen am Fachbereich für gastrointestinale Onkologie im Sloan Kettering Cancer Center in New York City. „[OBP-301] könnte insofern eine Art 2-für-1-Strategie darstellen, als wir damit den Haupttumor besser loswerden und durch die Anregung des Immunsystems letztlich möglicherweise auch das Risiko senken können, dass sich bei den Patienten eine metastatische Erkrankung ergibt.“ Wie er sagte, werden dadurch die Vorteile auf eine weitaus größere Patientengruppe als jene erweitert, die für einen operativen Eingriff zu schwach sind.