AACR 2019—Gilteritinib verbessert Überlebenschancen bei AML mit FLT3-Mutation


  • Keren Landman, MD
  • Univadis
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Erkenntnis

  • Eine Behandlung mit Gilteritinib verbesserte die Überlebenschancen von Patienten mit rezidivierter/refraktärer (r./r.) akuter myeloischer Leukämie (AML) gegenüber der Standardchemotherapie.

Warum das wichtig ist

  • Bei AML kommt es häufig zu einem Rezidiv, und bis zu 40 Prozent der Patienten sind gegenüber der Induktionschemotherapie refraktär.
  • R./r. AML wird mit kurzem Überleben und schlechtem Ansprechen auf eine Salvage-Chemotherapie assoziiert.
  • Die schlechte Prognose ist mit der FLT3-Mutation assoziiert, die bei etwa einem Drittel aller AML-Fälle vorliegt, die in den USA diagnostiziert werden.

Studiendesign

  • Bei der ADMIRAL-Studie handelte es sich um eine randomisierte klinische Studie der Phase III an 371 Patienten mit r./r. AML mit FLT3-Mutation, die nach dem Zufallsprinzip aufgeteilt wurden und entweder Gilteritinib (247 Patienten) oder eine Standardchemotherapie (124 Patienten) nach Wahl der Prüfärzte (vor der Randomisierung ausgewählt) erhielten, bevor eine hämatopoetische Stammzelltransplantation vorgenommen wurde. 
  • Finanzierung: Astellas Pharma US Inc.

Wesentliche Ergebnisse

  • Bei 84 (34 %) Patienten unter Gilteritinib kam es zu einem vollständigen Ansprechen (CR) oder einem CR mit partieller hämatologischer Erholung, was im Vergleich zu 19 (15 %) Patienten unter Standardchemotherapie steht. 
  • Das mittlere OS und die Rate für das Überleben nach 12 Monaten betrugen 9,3 Monate bzw. 37,1 % im Gilteritinib-Arm sowie 5,6 Monate bzw. 16,7 % im Arm mit Standardchemotherapie.

Einschränkungen

  • Aufgrund der FDA-Zulassung eines auf FLT3 abzielenden Wirkstoffs während der Rekrutierung hatte sich eine geringe Zahl der Patienten in beiden Armen bereits einer auf FLT3 abzielenden Therapie unterzogen, wodurch sich das Ansprechen auf Gilteritinib möglicherweise reduzierte.
  • Die Wirkung von Gilteritinib ist höchst selektiv, was die Möglichkeit mit sich bringt, dass andere Mutationen das Zellwachstum antreiben, besonders im r./r.-Stadium.

Expertenkommentar

  • „Dies ist eine die Praxis verändernde neue Strategie, auf die wir im Bereich der AML-Therapie gewartet haben, solange ich schon Onkologe bin. Es ist also wirklich etwas Besonderes und Wichtiges, endlich so etwas zu haben“, sagte Dr. Louis Wiener, Ko-Vorsitzender des AACR Annual Meeting Clinical Trials Committee und Leiter des Georgetown Lombardi Comprehensive Cancer Center.