700 Seiten Empfehlungen für Minister Spahn

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Berlin (pag) – Alle zwei Jahre wieder: Der Sachverständigenrat (SVR) zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen hat dem Bundesgesundheitsministerium am 2. Juli sein Gutachten zur „Bedarfsgerechten Steuerung der Gesundheitsversorgung“ überreicht. Ein Fokus liegt unter anderem auf der Notfallversorgung und der Krankenhausplanung.

Zur Neuorganisation in der Notfallversorgung empfehlen die Autoren, bisher getrennte Zuständigkeiten in Integrierten Notfallzentren (INZ) und Integrierten Leitstellen (ILS) zusammenzuführen. Die Idee: Niedergelassene Ärzte und Klinikärzte arbeiten unter einem Dach zusammen, mit dem Ziel, Patienten im Notfall 24 Stunden und mit hoher Qualität versorgen zu können. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) konnte dem in einer ersten Reaktion nach der Übergabe zustimmen: „Gemeinsame Notfallleitstellen und Integrierte Notfallzentren sind hier der richtige Weg.“ 

Auch eine bessere Verzahnung von ambulanter und stationärer Planung wird in dem 700 Seiten starken Gutachten empfohlen. So plädiert der SVR bei der Honorierung für die Losung: Gleicher Preis für gleiche Leistung. In der Krankenhausplanung- und finanzierung schlägt der SVR eine Weiterentwicklung des Strukturfonds vor. Dabei soll der Bundesanteil über Steuern finanziert werden und nicht durch den Gesundheitsfonds, erläutert der stellvertretende Ratsvorsitzende Prof. Eberhard Wille. „Im Gegenzug sollte der Bund eine koordinierende Rolle erhalten. Dazu sollen ein föderaler Krankenhausentwicklungsplan erarbeitet und eine Bund-Länderkommission für bundeslandübergreifende Aspekte eingerichtet werden.“ Auch eine Modernisierung des Fallpauschalensystems, dem sogenannten DRG-System, regt der Rat an. 

Mit dem Gutachten will der SVR der „Über-, Unter- und Fehlversorgung im deutschen Gesundheitssystem“ begegnen, bedarfsgerecht und qualitativ, macht der Vorsitzende Prof. Ferdinand Gerlach deutlich. Die Empfehlungen stellt der SVR in einem Symposium am 26. September der Fachöffentlichkeit vor. Erstmalig werden darüber hinaus vier Regionalkonferenzen zum Gutachten in Frankfurt am Main am 19. Oktober, Hamburg am 29. Oktober, Halle (Saale) am 14. November und Düsseldorf am 27. November angeboten.

Das Gutachten ist auf der Homepage des Rats unter www.svr-gesundheit.deabrufbar.