6-Faktor-Prognosemodell kann massive Blutung nach Trauma prognostizieren

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Erkenntnis

  • Ein auf maschinellem Lernen basierender Rechner kann Ärzten helfen zu prognostizieren, bei welchen Traumapatienten mit massiven Blutungen zu rechnen ist.
  • Eine Validierung an anderen Zentren ist erforderlich.

Warum das wichtig ist

  • 1 von 10 Todesfällen weltweit steht mit einem Trauma im Zusammenhang.
  • Blutungen stellen bei Traumapatienten die überwiegende vermeidbare Todesursache dar.
  • Innere Blutungen werden von Ärzten möglicherweise übersehen.
  • Prognoseinstrumente wurden bisher aus statistischen Methoden abgeleitet, die erhebliche Einschränkungen aufweisen.
  • In dieser Studie wurde stattdessen ein auf maschinellem Lernen basierendes Instrument namens „Least Absolute Shrinkage and Selection Operator (LASSO)“-Regression genutzt, das einige dieser Einschränkungen überwinden kann.

Studiendesign

  • Retrospektive Studie mit Traumapatienten eines chinesischen Zentrums im Zeitraum Januar 2015–März 2022 (n = 2.353)
  • Aus 62 klinischen und demografischen Variablen wählten die Autoren mit Hilfe von LASSO die am besten prädiktiven Variablen aus.
  • Basierend auf diesen Faktoren erstellten sie ein Modell zur Berechnung des Blutungsrisikos.
  • Ergebnis: massive Blutung (Transfusion von ≥ 3 Einheiten roter Blutkörperchen innerhalb einer Stunde oder Embolisation oder blutungsstillende Operation innerhalb von 24 Stunden nach der Aufnahme)
  • Finanzierung: National Key Research and Development Program of China, National Defense Science and Technology Innovation Special Zone Project

Wesentliche Ergebnisse

  • 16,02 % der Patienten wiesen massive Blutungen auf.
  • Die 6 prädiktiven Faktoren waren:
    • Herzfrequenz
    • Pulsdruck
    • Basenüberschuss
    • Hämoglobin
    • dislozierte Beckenfraktur
    • positive CT oder fokussierte Trauma-Beurteilung mittels Sonographie
  • Das beste Modell wies eine Fläche von 0,894 unter der ROC-Kurve auf, was auf eine ausgezeichnete Fähigkeit hindeutet, zwischen Patienten mit und ohne massive Blutung zu unterscheiden.
  • Es steht ein öffentlich zugänglicher Online-Rechner zur Verfügung.

Einschränkungen

  • Die Autoren teilten die Patienten nicht nach Alter in Untergruppen auf und es wurden nur Erwachsene eingeschlossen.