24-Stunden-Blutdruckmessung verrät Risiko für Vorhofflimmern


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

Der systolische Tages-Blutdruck, der mit der ambulanten 24-Stunden-Blutdruckmessung ermittelt wird, ermöglicht eine Einschätzung des Risikos für Vorhofflimmern. Diese Methode ist dabei der konventionellen Blutdruckmessung überlegen.  

Hintergrund

Mehrere Studien haben gezeigt, dass mit der ambulanten 24-Stunden-Blutdruckmessung kardiovaskuläre Ereignisse zuverlässiger vorhergesagt werden können als mit der konventionellen Messung. Bluthochdruck und Vorhofflimmern sind zwar häufig; es gibt jedoch nach Angaben der Autoren der vorliegenden Studie relativ wenig Daten zu der Frage, wie hoch das Risiko für die Herzrhythmusstörung bei Bluthochdruck ist. 

Design

2776 Personen aus der Allgemeinbevölkerung von fünf europäischen Ländern wurden über mediane 14 Jahre beobachtet. Zu allen Teilnehmern gab es Ergebnisse von ambulanten 24-Blutdruck-Messungen und EKG-Befunde. Zur Berechnung des Zusammenhangs zwischen Blutdruck und Vorhofflimmern (AF) wurde der Parameter systolische Blutdrucklast gewählt (am Tag der Prozentsatz der Messungen über 135 mmHg).

Hauptergebnisse

Während einer Beobachtungszeit von 58.810 Personen-Jahren wurde bei 143 Teilnehmern erstmals Vorhofflimmern diagnostiziert. Pro Anstieg der systolischen Blutdrucklast um eine SD (Standardabweichung) zu Beginn, am Tag und in der Nacht stieg das atriale Flimmer-Risiko um signifikante 27, 22 und 20 Prozent. Die Berechnungen ergaben außerdem bei Teilnehmern mit der niedrigsten systolischen Blutdrucklast am Tag (38%) ein um 46 Prozent erhöhtes AF-Risiko.

Klinische Bedeutung

Die Studie bekräftigt zum einen den Wert der 24-Blutdruckmessung. Zum anderen spricht sie nach Angaben der Autoren dafür, die 24-Stunden-Blutdruckmessung routinemäßig zur Einschätzung des AF-Risikos bei Patienten und auch zur Risiko-Stratifizierung in klinischen Studien zu verwenden. Zudem bestätigt die Studie den Blutdruck als modifizierbaren Risikofaktor für Vorhofflimmern.

Finanzierung: Europäische Union