14 Biomarker im Blut korrelieren mit dem Mortalitäts-Risiko erwachsener Europäer

  • Nature Communications

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

Durch den Vergleich der metabolischen Profile von 44.168 erwachsenen Europäern mit deren Sterblichkeit konnten Forscher 14 Biomarker im Blut identifizieren, die eine Vorhersage der 5- und 10-Jahresmortalität mit bislang unerreichter Genauigkeit ermöglichen soll.

Hintergrund

Für die Mortalitätsvorhersage eines Patienten in seinem letzten Lebensjahr stehen in der Regel zahlreiche klinische Daten zur Verfügung. Über größere Zeiträume (5 – 10 Jahre) gibt es aber keinen Konsens, welche Gruppe metabolischer oder physiologischer Parameter die beste Vorhersage ermöglicht.

Design

Erstellung metabolischer Profile aus Plasma- und Serumproben mittels Hochdurchsatz-Kernspinresonanz-Metabolomik für 44.168 Europäer im Alter von 18 – 109 Jahren aus 12 Kohorten. Identifikation von 14 Metaboliten, die unabhängig voneinander mit der Gesamtsterblichkeit assoziiert waren. Erstellung eines Modells zur Risikovorhersage und Testung in einer der Kohorten mit 7603 Individuen.

Ergebnisse

  • Unter den Studienteilnehmern starben in der Nachverfolgungszeit (2,76 - 16,70 Jahre) 5512 Personen.
  • Von 226 metabolischen Biomarkern zeigten 136 nach Adjustierung einen signifikanten Zusammenhang mit der Gesamtmortalität. Da es zwischen dem Großteil der identifizierten Biomarker starke Korrelationen gab, wurden die Kandidaten mit einer schrittweisen mathematischen Prozedur (forward-backward) auf 14 unabhängige Biomarker reduziert.
  • Mit einer niedrigeren Mortalität assoziiert waren höhere Werte von: Gesamtlipiden in Chylomikronen und extrem großen VLDL; Gesamtlipiden in kleinen HDL; mittlerer Durchmesser der VLDL-Partikel; das Verhältnis mehrfach ungesättigter Fettsäuren zu Gesamtfettsäuren; sowie die Konzentrationen von Histidin, Leucin, Valin und Albumin. Die Chancenverhältnisse (HR) betrugen dabei zwischen 0,78 und 0,93 und waren allesamt hochsignifikant.
  • Mit einer höheren Mortalität assoziiert waren die Konzentrationen von Glukose, Laktat, Isoleucin, Phenylalanin, Acetoacetat und GlycA bei ebenfalls hochsignifikanten HRs zwischen 1,06 und 1,32.
  • Ein auf diesen Assoziationen errechneter „metabolischer Biomarker-Wert“ lag für die meisten Kohorten zwischen – 2 und 3, wobei jede Zunahme um eine Einheit mit einem 2,73-fach erhöhten Mortalitätsrisiko verbunden war.
  • Anhand der Fläche unter Receiver Operating Characteristic-Kurven (ROC-AUC) wurde die Vorhersagegenauigkeit der metabolischen Biomarker einem Komposit aus 4 klassischen Biomarkern gegenübergestellt. Für die 5-Jahresvorhersage ergaben sich Werte von 0,837 versus 0,772, und für die 10-Jahresvorhersage 0,83 gegenüber 0,79 – jeweils zugunsten der neuen Biomarker.

Klinische Bedeutung

Diese bislang größte unter den „metabolomischen“ Studien beeindruckt durch die systematische Austestung und Validierung einer hohen Zahl potenzieller Biomarker. Die Autoren versprechen eine erschwingliche, gut standardisierte und automatisierte Messmethode, die für die Risikoabschätzung in der Klinik geeignet sein könnte.

Finanzierung: Keine Angaben.