1 von 6 kritisch kranken COVID-19-Patienten kann eine Lungenembolie aufweisen


  • Jenny Blair, MD
  • Clinical Essentials
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Erkenntnis

  • Mindestens 16,7 % dieser konsekutiven Gruppe schwer kranker COVID-19-Patienten hatten eine Lungenembolie.
  • Bei Anwendung von Bewertungsinstrumenten für disseminierte intravasale Koagulopathie könnte die Diagnose übersehen werden.
  • Autoren: „Eventuell sollten höhere Zielwerte bei der Antikoagulation in Betracht gezogen werden.“

Warum das wichtig ist

  • Dies sind laut den Autoren die ersten Daten zu Gerinnungsstörungen bei kritisch kranken COVID-19-Patienten.
  • Die International Society on Thrombosis and Haemostasis veröffentlichte vor kurzem eine Interimsleitlinie zur Antikoagulation bei COVID-19.

Wesentliche Ergebnisse 

  • Es traten 64 klinisch bedeutsame thrombotische Ereignisse auf.
    • OR mit vs. ohne COVID-19: 2,6 (95 %-KI: 1,1–6,1; p = 0,035).
      • Von 99 durch eine CT-Pulmonalisangiographie untersuchte Patienten wiesen 25 % pulmonale Embolien auf:
        • OR: 6,2 (95 %-KI: 1,6–23,4; p = 0,008).
      • Von 29 Patienten, die sich einer kontinuierlichen Nierenersatztherapie unterzogen, wiesen 28 (96,6 %) ein Blutgerinnsel im extrakorporalen Kreislauf auf.
  • Von 57 Patienten, die auf Lupusantikoagulans untersucht wurden, testeten 50 (87,7 %) positiv.
  • Mit COVID-19 vs. ohne COVID-19:
    • Höhere Werte für Prothrombinzeit, Antithrombin, Fibrinogen und Thrombozyten.
    • Niedrigere Werte für aktivierte partielle Thromboplastinzeit und D-Dimer. 
  • Die Werte für die disseminierte intravasale Koagulopathie wiesen keine Sensitivität auf.

Studiendesign

  • Prospektive Kohortenstudie an 2 Zentren in Frankreich mit allen aufeinanderfolgendenden Patienten (n = 150) mit COVID-19-bedingtem akutem respiratorischem Distress-Syndrom (ARDS), die zwischen 3. und 31. März auf 4 Intensivstationen aufgenommen wurden.
  • Alle erhielten prophylaktisch Heparin.
  • Anhand einer historischen Kohorte verglichen die Forscher die Ergebnisse bei Patienten mit ARDS plus COVID-19 mit den Ergebnissen bei Patienten mit ARDS, jedoch ohne COVID-19.
  • Ergebnis: Jegliches thrombotisches Ereignis.
  • Finanzierung: Keine.

Einschränkungen

  • Viele Patienten waren beim Studien-Cutoff noch intubiert.
  • Die Patienten wurden nicht systematisch auf Thrombosen untersucht.