1,78 Millionen Tuberkulose-Neuerkrankungen bei jungen Menschen im Jahr 2012


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Im Jahr 2012 entfielen 17 % aller weltweiten Tuberkulose-Fälle auf Heranwachsende im Alter zwischen 10 und 24 Jahren. Ihre Gesamtzahl wird auf 1,78 Millionen geschätzt, davon lebten 1,26 Millionen in Südostasien und Afrika.

Hauptergebnisse

  • Etwa 1,78 Millionen Heranwachsende (Unsicherheit 1,23 – 3,00.Mio.) erkrankten im Jahr 2012 an Tuberkulose. Dies entspricht 17 % aller neuen TB-Fälle weltweit.
  • Die am stärksten betroffenen Regionen waren demnach Südostasien, mit 721.000 Neuerkrankungen (Unsicherheit 473.000 – 1,35 Mio.) und Afrika mit 534.000 Neuerkrankungen (Unsicherheit 359.000 – 912.000).

 

Design

  • Schätzung anhand der Datenbank für Tuberkulose-Benachrichtigungen der Weltgesundheitsorganisation für das Jahr 2012, adjustiert für unvollständige Aufschlüsselung nach Altersgruppen und nicht gemeldete Fälle unter Zuhilfenahme der Daten mehrerer Länder, die verschiedene Tuberkulose-Epidemien repräsentieren.
  • Finanzierung: Australian National Health and Medical Research Council's Centre for Research Excellence in Tuberculosis.

Klinische Bedeutung

Historische Daten zeigen, dass das Risiko, an Tuberkulose zu erkranken, während der Jugendalters drastisch zunimmt. Diese Studie hatte das Ziel, erstmals die weltweite Inzidenz bei 10 – 24-Jährigen zu schätzen. Die Schätzung beruht auf den Meldungen an eine Datenbank der Weltgesundheitsorganisation für das Jahr 2012, sodass sich aus ihr keine aktuellen Trends herauslesen lassen. Auch ist die Bandbreite der Unsicherheit mit 1,23 bis 3,00 Millionen sehr groß. Für Präventionsmaßnahmen und Interventionen ist es dennoch bedeutsam zu wissen, dass die weitaus meisten Jugendlichen in Südostasien und Afrika erkranken. Angesichts der Migration aus Regionen mit relativ hoher TB-Prävalenz wäre eine länderspezifische Auswertung wünschenswert gewesen, denn nach Ansicht des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V. sind bisher keine validen Aussagen darüber möglich, wie hoch das Risiko für latent infizierte Personen aus verschiedenen Herkunftsländern ist, und ob ein risikobasiertes Screening auf dieser Basis sinnvoll ist.