Biktarvy 50 Mg/200 Mg/25 Mg Filmtabletten

emtricitabin, tenofovir alafenamid fumarat, tenofovir alafenamid, bictegravir, tenofovir alafenamid fumarat + tenofovir alafenamid + bictegravir + emtricitabin  |  56.1mg/25mg/50mg/200mg FTA (Gilead Sciences GmbH)

56.1mg/25mg/50mg/200mg FTA (Gilead Sciences GmbH)
Die Beschreibung dieses Arzneimittels steht noch nicht zur Verfügung. Bitte kontaktieren Sie.

Anwendungsgebiete

Indikation

  • Behandlung von Erwachsenen, die mit dem humanen Immundefizienzvirus 1 (HIV-1) infiziert sind
    • bei dem HI-Virus dürfen weder aktuell noch in der Vergangenheit Resistenzen gegen die Klasse der Integrase-Inhibitoren, Emtricitabin oder Tenofovir nachgewiesen worden sein

Dosierung und Art der Anwendung

Art der Anwendung

  • Filmtabletten zum Einnehmen
  • Einnahme unabhängig von einer Mahlzeit
  • Filmtabletten dürfen nicht zerkaut, zerkleinert oder geteilt werden

Dosierung

  • Behandlung der humanen Immundefizienzvirus 1 (HIV-1)-Infektion
    • Therapieeinleitung nur durch einen Arzt, der Erfahrung in der Behandlung der HIV-Infektion hat
    • Erwachsene
      • 1 Tablette (50 mg Bictegravir, 200 mg Emtricitabin und 25 mg Tenofoviralafenamid) 1mal / Tag
      • versäumte Dosen
        • vergessene Dosis so bald wie möglich nachholen und gewohntes Einnahmeschema fortsetzen
      • > 18 Stunden
        • versäumte Dosis nicht nachholen
        • einfach das gewohnte Einnahmeschema fortsetzen
    • bei Erbrechen
      • eine weitere Dosis einnehmen
    • > 1 Stunde nach der Einnahme
      • bis zur nächsten gewohnten Einnahme keine weitere Dosis erforderlich

Dosisanpassung

  • ältere Patienten (>/= 65 Jahre)
    • Dosisanpassung nicht erforderlich
    • begrenzte Daten
  • Nierenfunktionsstörung
    • geschätzte Kreatinin-Clearance (CrCl) >/= 30 ml / Min.
      • Dosisanpassung nicht erforderlich
    • terminale Niereninsuffizienz bei Patienten, die eine chronische Hämodialyse erhalten (geschätzte Kreatinin-Clearance < 15 ml / Min.)
      • Dosisanpassung nicht erforderlich
      • Anwendung jedoch im Allgemeinen vermeiden und nur bei Annahme, dass der potenzielle Nutzen die potenziellen Risiken überwiegt
      • an Hämodialyse-Tagen: tägliche Dosis nach Abschluss der Hämodialysebehandlung verabreichen
    • geschätzte CrCl (ohne chronische Hämodialyse) >/= 15 ml / Min. und < 30 ml / Min. oder < 15 ml / Min.
      • Einleitung einer Behandlung nicht empfohlen
      • keine ausreichenden Daten
  • Leberfunktionsstörung
    • leicht (Child-Pugh-Klasse A) oder mittelgradig (Child-Pugh-Klasse B)
      • Dosisanpassung nicht erforderlich
    • schwer (Child-Pugh-Klasse C)
      • keine Untersuchungen vorhanden
      • Anwendung nicht empfohlen
  • Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
    • Sicherheit und Wirksamkeit bisher noch nicht erwiesen
    • keine Daten

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Emtricitabin, Tenofovir alafenamid und Bictegravir - peroral

  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Immun-Reaktivierungs-Syndrom
        • bei HIV-infizierten Patienten mit schwerem Immundefekt kann sich zum Zeitpunkt der Einleitung einer antiretroviralen Therapie eine entzündliche Reaktion auf asymptomatische oder residuale opportunistische Infektionen entwickeln
      • Autoimmunerkrankungen
        • auch Berichte über Autoimmunerkrankungen (wie z. B. Morbus Basedow und Autoimmunhepatitis) vorliegend; Zeitpunkt des Auftretens sehr variabel und Ereignisse können mehrere Monate nach Einleitung der Behandlung auftreten
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Anämie
        • nicht in klin. Studien mit Arzneimitteln, die Emtricitabin plus Tenofoviralafenamid enthielten, beobachtet; aber im Rahmen von klinischen Studien oder Erkenntnissen seit der Markteinführung für Emtricitabin gemeldet, bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Gewichtszunahme
      • Anstieg der Blutlipidwerte
      • Anstieg der Blutglucosewerte
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Depression
      • anormale Träume
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • suizidales Verhalten
      • Angst
      • Schlafstörungen
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
      • Schwindelgefühl
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Diarrhoe
      • Übelkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Erbrechen
      • Bauchschmerzen
      • Dyspepsie
      • Flatulenz
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hyperbilirubinämie
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Angioödem
        • nicht in klin. Studien mit Arzneimitteln, die Emtricitabin plus Tenofoviralafenamid enthielten, beobachtet; aber im Rahmen von klinischen Studien oder Erkenntnissen seit der Markteinführung für Emtricitabin gemeldet, bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln
        • im Rahmen der Überwachung nach Markteinführung für Emtricitabin gemeldet, jedoch nicht in randomisierten, kontrollierten klin. Studien, in denen Emtricitabin bei HIV-infizierten Erwachsenen oder Kindern untersucht wurde
        • Häufigkeitskategorie „gelegentlich": Schätzung anhand von statistischen Berechnungen, die auf der Gesamtzahl der Patienten basieren, die in diesen klin. Studien mit Emtricitabin behandelt wurden (n = 1563)
      • Ausschlag
      • Pruritus
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Arthralgie
        • im Rahmen der Überwachung nach Markteinführung für Emtricitabin gemeldet, jedoch nicht in randomisierten, kontrollierten klin. Studien, in denen Emtricitabin bei HIV-infizierten Erwachsenen oder Kindern untersucht wurde, beobachtet
        • Häufigkeitskategorie „gelegentlich": Schätzung anhand von statistischen Berechnungen, die auf der Gesamtzahl der Patienten basieren, die in diesen klin. Studien mit Emtricitabin behandelt wurden (n = 1.563)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Osteonekrose (insbesondere bei Patienten mit allgemein bekannten Risikofaktoren, fortgeschrittener HIV-Erkrankung oder Langzeitanwendung einer ART)
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Bictegravir: Erhöhung der Serumkreatininkonzentration beobachtet, allerdings nicht als klinisch relevant betrachtet
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Müdigkeit

Sonstige besondere Patientengruppen

  • Patienten mit Hepatitis-B-Coinfektion
    • Sicherheitsprofil war bei 16 HIV-/HBV-coinfizierten Erwachsenen, die Bictegravir plus Emtricitabin plusTenofoviralafenamid erhielten (8 nicht-vorbehandelte Erwachsene in der Studie GS-US-380-1490; 8 virologisch supprimierte Erwachsene in der Studie GS-US-380-1878), vergleichbar mit dem bei Patienten mit HIV-1-Monoinfektion

Gegenanzeigen

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Emtricitabin, Tenofovir alafenamid und Bictegravir - peroral

  • Überempfindlichkeit gegen Bictegravir, Emtricitabin oder Tenofoviralafenamid
  • gleichzeitige Anwendung mit
    • Rifampicin
    • Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Emtricitabin, Tenofovir alafenamid und Bictegravir - peroral

  • Therapie sollte nur durch einen Arzt eingeleitet werden, der in der Behandlung der HIV-Infektion erfahren ist
  • sexuelle Übertragung
    • obwohl sich gezeigt hat, dass erfolgreiche Virussuppression durch antiretrovirale Therapie das Risiko einer sexuellen Übertragung erheblich reduziert, kann Restrisiko nicht ausgeschlossen werden
      • Vorsichtsmaßnahmen zur Vermeidung der Übertragung gemäß nationaler Leitlinien treffen
  • Patienten mit HIV-Infektion und Hepatitis-B- oder -C-Coinfektion
    • Patienten mit chronischer Hepatitis B oder Hepatitis C, die eine antiretrovirale Therapie erhalten
      • weisen erhöhtes Risiko für Auftreten schwerwiegender, möglicherweise letal verlaufender hepatischer Nebenwirkungen auf
    • Patienten mit HIV-Infektion und einer Coinfektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV)
      • nur begrenzte Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit
    • Arzneimittel enthält Tenofoviralafenamid, das gegen das Hepatitis-B-Virus (HBV) aktiv ist
    • Absetzen der Therapie bei Patienten mit einer HIV-Infektion und einer HBV-Coinfektion
      • kann mit schweren akuten Exazerbationen der Hepatitis assoziiert sein
      • Patienten für mind. mehrere Monate nach Behandlungsende sorgfältig klinisch und durch Labortests überwachen
  • Lebererkrankung
    • Sicherheit und Wirksamkeit bei Patienten mit zugrunde liegenden signifikanten Leberfunktionsstörungen nicht erwiesen
    • bei Patienten mit vorbestehender Leberfunktionsstörung, einschl. einer chronischen aktiven Hepatitis, kommt es unter einer antiretroviralen Kombinationstherapie (ART) häufiger zu Veränderungen der Leberfunktion
      • Patienten müssen gemäß der üblichen Praxis überwacht werden
      • bei Anzeichen einer Verschlimmerung der Lebererkrankung, Therapieunterbrechung oder Therapieabbruch erwägen
  • Gewicht und metabolische Parameter
    • während einer antiretroviralen Therapie können Gewichtszunahme und Anstieg der Blutlipid- und Blutglukosewerte auftreten
      • Veränderungen können teilweise mit dem verbesserten Gesundheitszustand und dem Lebensstil zusammenhängen
      • in einigen Fällen ist Einfluss der Behandlung auf die Blutlipidwerte erwiesen, während es für die Gewichtszunahme keinen klaren Nachweis eines Zusammenhangs mit einer bestimmten Behandlung gibt
    • für Überwachung der Blutlipid- und Blutglukosewerte wird auf die anerkannten HIV-Therapieleitlinien verwiesen
    • Behandlung von Lipidstörungen sollte nach klinischem Ermessen erfolgen
  • Mitochondriale Dysfunktion nach Exposition in utero
    • Nukleos(t)id-Analoga können die mitochondriale Funktion in unterschiedlichem Ausmaß beeinträchtigen
      • unter Stavudin, Didanosin und Zidovudin am stärksten ausgeprägt
    • Berichte über mitochondriale Funktionsstörungen bei HIV-negativen Kleinkindern vorliegend, die in utero und/oder postnatal gegenüber Nukleosid-Analoga exponiert waren
      • betrafen überwiegend Behandlungen mit Zidovudin-haltigen Therapien
    • hauptsächlich berichtete Nebenwirkungen waren hämatologische Störungen (Anämie, Neutropenie) und Stoffwechselstörungen (Hyperlaktatämie, erhöhte Serum-Lipase-Werte)
      • Ereignisse waren meistens vorübergehend
    • selten wurde über spät auftretende neurologische Störungen (Hypertonus, Konvulsionen, Verhaltensänderungen) berichtet
      • derzeit nicht bekannt, ob solche neurologischen Störungen vorübergehend oder bleibend sind
    • Erkenntnisse sollten bei jedem Kind, das in utero gegenüber Nukleos(t)id-Analoga exponiert war und schwere klinische, insbesondere neurologische Befunde unbekannter Ätiologie aufweist, berücksichtigt werden
    • Erkenntnisse haben keinen Einfluss auf die derzeitigen nationalen Empfehlungen zur Anwendung der antiretroviralen Therapie bei schwangeren Frauen zur Prävention einer vertikalen HIV-Transmission
  • Immun-Reaktivierungs-Syndrom
    • bei HIV-infizierten Patienten mit schwerem Immundefekt kann sich zum Zeitpunkt der Einleitung einer ART eine entzündliche Reaktion auf asymptomatische oder residuale opportunistische Infektionen entwickeln, die zu schweren klinischen Verläufen oder Verschlechterung von Symptomen führt
      • typischerweise wurden solche Reaktionen innerhalb der ersten Wochen oder Monate nach Beginn der ART beobachtet
      • entsprechende Beispiele sind u.a. CMV-Retinitis, disseminierte und/oder lokalisierte mykobakterielle Infektionen und Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie
    • jedes Entzündungssymptom ist zu bewerten; falls notwendig ist eine Behandlung einzuleiten
    • auch Berichte über Autoimmunerkrankungen (z.B. Morbus Basedow), die im Rahmen einer Immun-Reaktivierung auftraten
      • allerdings Zeitpunkt des Auftretens sehr variabel und Ereignisse können mehrere Monate nach Einleitung der Behandlung auftreten
  • Opportunistische Infektionen
    • Patienten sind darauf hinzuweisen, dass diese oder jede andere antiretrovirale Therapie die HIV-Infektion nicht heilt und sie trotzdem opportunistische Infektionen und andere Komplikationen einer HIV-Infektion entwickeln können
      • deshalb engmaschige klinische Überwachung durch Ärzte, die in der Behandlung von Patienten mit Begleiterkrankungen einer HIV-Infektion erfahren sind, weiterhin erforderlich
  • Osteonekrose
    • obwohl multifaktorielle Ätiologie angenommen wird (darunter Anwendung von Corticosteroiden, Alkoholkonsum, schwere Immunsuppression, höherer Body-Mass-Index), Fälle von Osteonekrose insbes. bei Patienten mit fortgeschrittener HIV-Erkrankung und/oder Langzeitanwendung einer ART berichtet
    • Patienten darauf hinweisen, bei Auftreten von Gelenkbeschwerden und -schmerzen, Gelenksteife oder Schwierigkeiten bei Bewegungen den Arzt aufzusuchen
  • Nephrotoxizität
    • nicht auszuschließen, dass bei langfristiger Einnahme von Tenofoviralafenamid die niedrigen Tenofovir-Spiegel potenziell zu einem Risiko für Nephrotoxizität führen
  • gleichzeitige Anwendung mit anderen Arzneimitteln
    • darf nicht gleichzeitig mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln erfolgen
    • magnesium-/aluminiumhaltige Antacida oder eisenhaltige Ergänzungsmittel:
      • Bictegravir plus Tenofoviralafenamid plus Emtricitabin darf im Nüchternzustand nicht gleichzeitig mit magnesium-/aluminiumhaltigen Antacida oder eisenhaltigen Ergänzungsmitteln eingenommen werden
      • Einnahme muss mind. 2 Stunden vor, oder mit Nahrung 2 Stunden nach, magnesium-/aluminiumhaltigen Antacida erfolgen
      • Einnahme mind. 2 Stunden vor der Einnahme von eisenhaltigen Ergänzungsmitteln oder zusammen mit Nahrung
    • ist nicht empfohlen mit:
      • Atazanavir
      • Carbamazepin
      • Ciclosporin (intravenöse oder orale Anwendung)
      • Oxcarbazepin
      • Phenobarbital
      • Phenytoin
      • Rifabutin
      • Rifapentin
      • Sucralfat

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

HIV-Integrase-Inhibitoren /Johanniskraut
Tenofovir alafenamid /Carbamazepin
Streptozocin /Stoffe mit potentiell nephrotoxischen UAW
Tenofovir alafenamid /Phenobarbital
Tenofovir alafenamid /Johanniskraut
Tenofovir alafenamid /Rifamycine
Tenofovir alafenamid /Phenytoin
Bictegravir /Rifamycine
Tenofovir alafenamid /Oxcarbazepin

mittelschwer

Emtricitabin /Lamivudin
Tenofovir alafenamid /Azol-Antimykotika
Tenofovir /Adefovir
BCRP-Substrate /Tedizolid
Tenofovir alafenamid /Ciclosporin
Tenofovir alafenamid /HIV-Protease-Inhibitoren
HIV-Integrase-Inhibitoren /Kationen, polyvalente
Tenofovir alafenamid /Makrolid-Antibiotika
Bictegravir /Atazanavir
BCRP-Substrate /Hedgehog-Signalweg-Inhibitoren
Bictegravir /Antiepileptika
Tenofovir alafenamid /Dronedaron
Tenofovir alafenamid /Fostemsavir
BCRP-Substrate /Rolapitant

geringfügig

BCRP-Substrate /Leflunomid
BCRP-Substrate /Proteinkinase-Inhibitoren
BCRP-Substrate /Ritonavir
OATP1B1/-Substrate / Glecaprevir, Pibrentasvir
OATP1B1/-Substrate / Padeliporfin
BCRP-Substrate /Eltrombopag
CD34+-angereicherte Zellpopulation /HIV-Therapeutika
BCRP-Substrate /Tafamidis
OATP1B1-Substrate /Tedizolid
BCRP-Substrate /HCV-Inhibitoren
BCRP-, OAT1B1-, OATP1B3-Substrate /Elexacaftor, Ivacaftor, Tezacaftor
OATP1B1-Substrate /Vismodegib
Bictegravir /Glecaprevir, Pibrentasvir
OATP1B1-Substrate /Opicapon
Bictegravir /Ciclosporin
Bictegravir /Verapamil
Bictegravir /Dronedaron
Bictegravir /Makrolid-Antibiotika
OAT1/-Substrate / HIV-Integrase-Inhibitoren
BCRP-Substrate /Cangrelor

unbedeutend

BCRP-Substrate /Ledipasvir

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit Schwangerschaft

Die Anwendung in der Schwangerschaft ist nicht empfohlen.

Schwangerschaftshinweise, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Emtricitabin, Tenofovir alafenamid und Bictegravir - peroral

  • das Arzneimittel sollte während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der potenzielle Nutzen das potenzielle Risiko für das ungeborene Kind rechtfertigt
  • Bictegravir oder Tenofoviralafenamid
    • bisher keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen (< 300 Schwangerschaftsausgänge) mit Anwendung von Bictegravir oder Tenofoviralafenamid bei Schwangeren
    • tierexperimentelle Studien:
      • tierexperimentelle Studien mit Bictegravir und Tenofoviralafenamid, getrennt voneinander verabreicht, ergaben keine Hinweise auf gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf Fertilitätsparameter, Schwangerschaft oder fetale Entwicklung
  • Emtricitabin
    • weitreichende Erfahrungen an schwangeren Frauen (> 1.000 Schwangerschaftsausgänge mit Exposition) deuten nicht auf Fehlbildungsrisiko oder fetale/neonatale Toxizität in Verbindung mit Emtricitabin hin
    • tierexperimentelle Studien:
      • keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen von Emtricitabin in Bezug auf Fertilitätsparameter, Schwangerschaft, fetale Entwicklung, Entbindung oder postnatale Entwicklung
  • Fertilität
    • keine Daten über die Auswirkung auf die Fertilität beim Menschen vorliegend
    • tierexperimentelle Studien:
      • haben keine Auswirkungen von Bictegravir, Tenofoviralafenamid oder Emtricitabin auf das Paarungsverhalten und die Fertilität gezeigt

Stillzeithinweise, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Emtricitabin, Tenofovir alafenamid und Bictegravir - peroral

  • um Übertragung von HIV auf das Kind zu vermeiden, generell empfohlen, dass HIV-infizierte Frauen ihre Kleinkinder auf keinen Fall stillen
  • Bictegravir plus Emtricitabin plus Tenofoviralafenamid sollte in der Stillzeit nicht angewendet werden
    • da keine ausreichenden Informationen über die Auswirkungen der Wirkstoffe auf Neugeborene / Kleinkinder vorliegend
  • Emtricitabin
    • geht in die Muttermilch über
  • Bicetravir
    • nicht bekannt, ob Bictegravir in die Muttermilch übergeht
    • tierexperimentelle Studien:
      • Bictegravir wurde im Plasma von gesäugten Rattenjungen nachgewiesen, was wahrscheinlich auf vorhandenes Bictegravir in der Milch zurückzuführen ist
        • keine Auswirkungen bei den Rattenjungen beobachtet
  • Tenofoviralafenamid
    • nicht bekannt, ob Tenofoviralafenamid in die Muttermilch übergeht
    • tierexperimentelle Studien: Übergang in die Muttermilch gezeigt

Fachinformation

Die Anordnung und Nummerierung dieser Monographie erfolgt durch und in Übereinstimmung mit der ifap.

3. Qualitative und Quantitative Zusammensetzung

WBictegravir, Natriumsalz52.45 mg
=Bictegravir50 mg
WEmtricitabin200 mg
WTenofovir alafenamid fumarat56.1 mg
=Tenofovir15.07 mg
=Tenofovir alafenamid25 mg
HCellulose, mikrokristallin+
HCroscarmellose, Natriumsalz+
HEisen (II,III) oxid+
HEisen (III) oxid+
HMacrogol+
HMagnesium stearat+
HPoly(vinylalkohol)+
HTalkum+
HTitan dioxid+
HGesamt Natrium Ion23 mg
=Gesamt Natrium Ion+

W = Wirksamer Bestandteil
H = Hilfsstoff

5. Anwendungsgebiete

Indikation

  • Behandlung von Erwachsenen, die mit dem humanen Immundefizienzvirus 1 (HIV-1) infiziert sind
    • bei dem HI-Virus dürfen weder aktuell noch in der Vergangenheit Resistenzen gegen die Klasse der Integrase-Inhibitoren, Emtricitabin oder Tenofovir nachgewiesen worden sein

6. Dosierung und Art der Anwendung

Art der Anwendung

  • Filmtabletten zum Einnehmen
  • Einnahme unabhängig von einer Mahlzeit
  • Filmtabletten dürfen nicht zerkaut, zerkleinert oder geteilt werden

Dosierung

  • Behandlung der humanen Immundefizienzvirus 1 (HIV-1)-Infektion
    • Therapieeinleitung nur durch einen Arzt, der Erfahrung in der Behandlung der HIV-Infektion hat
    • Erwachsene
      • 1 Tablette (50 mg Bictegravir, 200 mg Emtricitabin und 25 mg Tenofoviralafenamid) 1mal / Tag
      • versäumte Dosen
        • vergessene Dosis so bald wie möglich nachholen und gewohntes Einnahmeschema fortsetzen
      • > 18 Stunden
        • versäumte Dosis nicht nachholen
        • einfach das gewohnte Einnahmeschema fortsetzen
    • bei Erbrechen
      • eine weitere Dosis einnehmen
    • > 1 Stunde nach der Einnahme
      • bis zur nächsten gewohnten Einnahme keine weitere Dosis erforderlich

Dosisanpassung

  • ältere Patienten (>/= 65 Jahre)
    • Dosisanpassung nicht erforderlich
    • begrenzte Daten
  • Nierenfunktionsstörung
    • geschätzte Kreatinin-Clearance (CrCl) >/= 30 ml / Min.
      • Dosisanpassung nicht erforderlich
    • terminale Niereninsuffizienz bei Patienten, die eine chronische Hämodialyse erhalten (geschätzte Kreatinin-Clearance < 15 ml / Min.)
      • Dosisanpassung nicht erforderlich
      • Anwendung jedoch im Allgemeinen vermeiden und nur bei Annahme, dass der potenzielle Nutzen die potenziellen Risiken überwiegt
      • an Hämodialyse-Tagen: tägliche Dosis nach Abschluss der Hämodialysebehandlung verabreichen
    • geschätzte CrCl (ohne chronische Hämodialyse) >/= 15 ml / Min. und < 30 ml / Min. oder < 15 ml / Min.
      • Einleitung einer Behandlung nicht empfohlen
      • keine ausreichenden Daten
  • Leberfunktionsstörung
    • leicht (Child-Pugh-Klasse A) oder mittelgradig (Child-Pugh-Klasse B)
      • Dosisanpassung nicht erforderlich
    • schwer (Child-Pugh-Klasse C)
      • keine Untersuchungen vorhanden
      • Anwendung nicht empfohlen
  • Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
    • Sicherheit und Wirksamkeit bisher noch nicht erwiesen
    • keine Daten

7. Gegenanzeigen

Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Emtricitabin, Tenofovir alafenamid und Bictegravir - peroral

  • Überempfindlichkeit gegen Bictegravir, Emtricitabin oder Tenofoviralafenamid
  • gleichzeitige Anwendung mit
    • Rifampicin
    • Johanniskraut (Hypericum perforatum)

8. Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Emtricitabin, Tenofovir alafenamid und Bictegravir - peroral

  • Therapie sollte nur durch einen Arzt eingeleitet werden, der in der Behandlung der HIV-Infektion erfahren ist
  • sexuelle Übertragung
    • obwohl sich gezeigt hat, dass erfolgreiche Virussuppression durch antiretrovirale Therapie das Risiko einer sexuellen Übertragung erheblich reduziert, kann Restrisiko nicht ausgeschlossen werden
      • Vorsichtsmaßnahmen zur Vermeidung der Übertragung gemäß nationaler Leitlinien treffen
  • Patienten mit HIV-Infektion und Hepatitis-B- oder -C-Coinfektion
    • Patienten mit chronischer Hepatitis B oder Hepatitis C, die eine antiretrovirale Therapie erhalten
      • weisen erhöhtes Risiko für Auftreten schwerwiegender, möglicherweise letal verlaufender hepatischer Nebenwirkungen auf
    • Patienten mit HIV-Infektion und einer Coinfektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV)
      • nur begrenzte Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit
    • Arzneimittel enthält Tenofoviralafenamid, das gegen das Hepatitis-B-Virus (HBV) aktiv ist
    • Absetzen der Therapie bei Patienten mit einer HIV-Infektion und einer HBV-Coinfektion
      • kann mit schweren akuten Exazerbationen der Hepatitis assoziiert sein
      • Patienten für mind. mehrere Monate nach Behandlungsende sorgfältig klinisch und durch Labortests überwachen
  • Lebererkrankung
    • Sicherheit und Wirksamkeit bei Patienten mit zugrunde liegenden signifikanten Leberfunktionsstörungen nicht erwiesen
    • bei Patienten mit vorbestehender Leberfunktionsstörung, einschl. einer chronischen aktiven Hepatitis, kommt es unter einer antiretroviralen Kombinationstherapie (ART) häufiger zu Veränderungen der Leberfunktion
      • Patienten müssen gemäß der üblichen Praxis überwacht werden
      • bei Anzeichen einer Verschlimmerung der Lebererkrankung, Therapieunterbrechung oder Therapieabbruch erwägen
  • Gewicht und metabolische Parameter
    • während einer antiretroviralen Therapie können Gewichtszunahme und Anstieg der Blutlipid- und Blutglukosewerte auftreten
      • Veränderungen können teilweise mit dem verbesserten Gesundheitszustand und dem Lebensstil zusammenhängen
      • in einigen Fällen ist Einfluss der Behandlung auf die Blutlipidwerte erwiesen, während es für die Gewichtszunahme keinen klaren Nachweis eines Zusammenhangs mit einer bestimmten Behandlung gibt
    • für Überwachung der Blutlipid- und Blutglukosewerte wird auf die anerkannten HIV-Therapieleitlinien verwiesen
    • Behandlung von Lipidstörungen sollte nach klinischem Ermessen erfolgen
  • Mitochondriale Dysfunktion nach Exposition in utero
    • Nukleos(t)id-Analoga können die mitochondriale Funktion in unterschiedlichem Ausmaß beeinträchtigen
      • unter Stavudin, Didanosin und Zidovudin am stärksten ausgeprägt
    • Berichte über mitochondriale Funktionsstörungen bei HIV-negativen Kleinkindern vorliegend, die in utero und/oder postnatal gegenüber Nukleosid-Analoga exponiert waren
      • betrafen überwiegend Behandlungen mit Zidovudin-haltigen Therapien
    • hauptsächlich berichtete Nebenwirkungen waren hämatologische Störungen (Anämie, Neutropenie) und Stoffwechselstörungen (Hyperlaktatämie, erhöhte Serum-Lipase-Werte)
      • Ereignisse waren meistens vorübergehend
    • selten wurde über spät auftretende neurologische Störungen (Hypertonus, Konvulsionen, Verhaltensänderungen) berichtet
      • derzeit nicht bekannt, ob solche neurologischen Störungen vorübergehend oder bleibend sind
    • Erkenntnisse sollten bei jedem Kind, das in utero gegenüber Nukleos(t)id-Analoga exponiert war und schwere klinische, insbesondere neurologische Befunde unbekannter Ätiologie aufweist, berücksichtigt werden
    • Erkenntnisse haben keinen Einfluss auf die derzeitigen nationalen Empfehlungen zur Anwendung der antiretroviralen Therapie bei schwangeren Frauen zur Prävention einer vertikalen HIV-Transmission
  • Immun-Reaktivierungs-Syndrom
    • bei HIV-infizierten Patienten mit schwerem Immundefekt kann sich zum Zeitpunkt der Einleitung einer ART eine entzündliche Reaktion auf asymptomatische oder residuale opportunistische Infektionen entwickeln, die zu schweren klinischen Verläufen oder Verschlechterung von Symptomen führt
      • typischerweise wurden solche Reaktionen innerhalb der ersten Wochen oder Monate nach Beginn der ART beobachtet
      • entsprechende Beispiele sind u.a. CMV-Retinitis, disseminierte und/oder lokalisierte mykobakterielle Infektionen und Pneumocystis-jirovecii-Pneumonie
    • jedes Entzündungssymptom ist zu bewerten; falls notwendig ist eine Behandlung einzuleiten
    • auch Berichte über Autoimmunerkrankungen (z.B. Morbus Basedow), die im Rahmen einer Immun-Reaktivierung auftraten
      • allerdings Zeitpunkt des Auftretens sehr variabel und Ereignisse können mehrere Monate nach Einleitung der Behandlung auftreten
  • Opportunistische Infektionen
    • Patienten sind darauf hinzuweisen, dass diese oder jede andere antiretrovirale Therapie die HIV-Infektion nicht heilt und sie trotzdem opportunistische Infektionen und andere Komplikationen einer HIV-Infektion entwickeln können
      • deshalb engmaschige klinische Überwachung durch Ärzte, die in der Behandlung von Patienten mit Begleiterkrankungen einer HIV-Infektion erfahren sind, weiterhin erforderlich
  • Osteonekrose
    • obwohl multifaktorielle Ätiologie angenommen wird (darunter Anwendung von Corticosteroiden, Alkoholkonsum, schwere Immunsuppression, höherer Body-Mass-Index), Fälle von Osteonekrose insbes. bei Patienten mit fortgeschrittener HIV-Erkrankung und/oder Langzeitanwendung einer ART berichtet
    • Patienten darauf hinweisen, bei Auftreten von Gelenkbeschwerden und -schmerzen, Gelenksteife oder Schwierigkeiten bei Bewegungen den Arzt aufzusuchen
  • Nephrotoxizität
    • nicht auszuschließen, dass bei langfristiger Einnahme von Tenofoviralafenamid die niedrigen Tenofovir-Spiegel potenziell zu einem Risiko für Nephrotoxizität führen
  • gleichzeitige Anwendung mit anderen Arzneimitteln
    • darf nicht gleichzeitig mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln erfolgen
    • magnesium-/aluminiumhaltige Antacida oder eisenhaltige Ergänzungsmittel:
      • Bictegravir plus Tenofoviralafenamid plus Emtricitabin darf im Nüchternzustand nicht gleichzeitig mit magnesium-/aluminiumhaltigen Antacida oder eisenhaltigen Ergänzungsmitteln eingenommen werden
      • Einnahme muss mind. 2 Stunden vor, oder mit Nahrung 2 Stunden nach, magnesium-/aluminiumhaltigen Antacida erfolgen
      • Einnahme mind. 2 Stunden vor der Einnahme von eisenhaltigen Ergänzungsmitteln oder zusammen mit Nahrung
    • ist nicht empfohlen mit:
      • Atazanavir
      • Carbamazepin
      • Ciclosporin (intravenöse oder orale Anwendung)
      • Oxcarbazepin
      • Phenobarbital
      • Phenytoin
      • Rifabutin
      • Rifapentin
      • Sucralfat

9. Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben

schwerwiegend

HIV-Integrase-Inhibitoren /Johanniskraut
Tenofovir alafenamid /Carbamazepin
Streptozocin /Stoffe mit potentiell nephrotoxischen UAW
Tenofovir alafenamid /Phenobarbital
Tenofovir alafenamid /Johanniskraut
Tenofovir alafenamid /Rifamycine
Tenofovir alafenamid /Phenytoin
Bictegravir /Rifamycine
Tenofovir alafenamid /Oxcarbazepin

mittelschwer

Emtricitabin /Lamivudin
Tenofovir alafenamid /Azol-Antimykotika
Tenofovir /Adefovir
BCRP-Substrate /Tedizolid
Tenofovir alafenamid /Ciclosporin
Tenofovir alafenamid /HIV-Protease-Inhibitoren
HIV-Integrase-Inhibitoren /Kationen, polyvalente
Tenofovir alafenamid /Makrolid-Antibiotika
Bictegravir /Atazanavir
BCRP-Substrate /Hedgehog-Signalweg-Inhibitoren
Bictegravir /Antiepileptika
Tenofovir alafenamid /Dronedaron
Tenofovir alafenamid /Fostemsavir
BCRP-Substrate /Rolapitant

geringfügig

BCRP-Substrate /Leflunomid
BCRP-Substrate /Proteinkinase-Inhibitoren
BCRP-Substrate /Ritonavir
OATP1B1/-Substrate / Glecaprevir, Pibrentasvir
OATP1B1/-Substrate / Padeliporfin
BCRP-Substrate /Eltrombopag
CD34+-angereicherte Zellpopulation /HIV-Therapeutika
BCRP-Substrate /Tafamidis
OATP1B1-Substrate /Tedizolid
BCRP-Substrate /HCV-Inhibitoren
BCRP-, OAT1B1-, OATP1B3-Substrate /Elexacaftor, Ivacaftor, Tezacaftor
OATP1B1-Substrate /Vismodegib
Bictegravir /Glecaprevir, Pibrentasvir
OATP1B1-Substrate /Opicapon
Bictegravir /Ciclosporin
Bictegravir /Verapamil
Bictegravir /Dronedaron
Bictegravir /Makrolid-Antibiotika
OAT1/-Substrate / HIV-Integrase-Inhibitoren
BCRP-Substrate /Cangrelor

unbedeutend

BCRP-Substrate /Ledipasvir

10. Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit Schwangerschaft

Die Anwendung in der Schwangerschaft ist nicht empfohlen.

Schwangerschaftshinweise, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Emtricitabin, Tenofovir alafenamid und Bictegravir - peroral

  • das Arzneimittel sollte während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der potenzielle Nutzen das potenzielle Risiko für das ungeborene Kind rechtfertigt
  • Bictegravir oder Tenofoviralafenamid
    • bisher keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen (< 300 Schwangerschaftsausgänge) mit Anwendung von Bictegravir oder Tenofoviralafenamid bei Schwangeren
    • tierexperimentelle Studien:
      • tierexperimentelle Studien mit Bictegravir und Tenofoviralafenamid, getrennt voneinander verabreicht, ergaben keine Hinweise auf gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf Fertilitätsparameter, Schwangerschaft oder fetale Entwicklung
  • Emtricitabin
    • weitreichende Erfahrungen an schwangeren Frauen (> 1.000 Schwangerschaftsausgänge mit Exposition) deuten nicht auf Fehlbildungsrisiko oder fetale/neonatale Toxizität in Verbindung mit Emtricitabin hin
    • tierexperimentelle Studien:
      • keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen von Emtricitabin in Bezug auf Fertilitätsparameter, Schwangerschaft, fetale Entwicklung, Entbindung oder postnatale Entwicklung
  • Fertilität
    • keine Daten über die Auswirkung auf die Fertilität beim Menschen vorliegend
    • tierexperimentelle Studien:
      • haben keine Auswirkungen von Bictegravir, Tenofoviralafenamid oder Emtricitabin auf das Paarungsverhalten und die Fertilität gezeigt

Stillzeithinweise, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Emtricitabin, Tenofovir alafenamid und Bictegravir - peroral

  • um Übertragung von HIV auf das Kind zu vermeiden, generell empfohlen, dass HIV-infizierte Frauen ihre Kleinkinder auf keinen Fall stillen
  • Bictegravir plus Emtricitabin plus Tenofoviralafenamid sollte in der Stillzeit nicht angewendet werden
    • da keine ausreichenden Informationen über die Auswirkungen der Wirkstoffe auf Neugeborene / Kleinkinder vorliegend
  • Emtricitabin
    • geht in die Muttermilch über
  • Bicetravir
    • nicht bekannt, ob Bictegravir in die Muttermilch übergeht
    • tierexperimentelle Studien:
      • Bictegravir wurde im Plasma von gesäugten Rattenjungen nachgewiesen, was wahrscheinlich auf vorhandenes Bictegravir in der Milch zurückzuführen ist
        • keine Auswirkungen bei den Rattenjungen beobachtet
  • Tenofoviralafenamid
    • nicht bekannt, ob Tenofoviralafenamid in die Muttermilch übergeht
    • tierexperimentelle Studien: Übergang in die Muttermilch gezeigt

12. Nebenwirkungen

Nebenwirkungen, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)

Emtricitabin, Tenofovir alafenamid und Bictegravir - peroral

  • Erkrankungen des Immunsystems
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Immun-Reaktivierungs-Syndrom
        • bei HIV-infizierten Patienten mit schwerem Immundefekt kann sich zum Zeitpunkt der Einleitung einer antiretroviralen Therapie eine entzündliche Reaktion auf asymptomatische oder residuale opportunistische Infektionen entwickeln
      • Autoimmunerkrankungen
        • auch Berichte über Autoimmunerkrankungen (wie z. B. Morbus Basedow und Autoimmunhepatitis) vorliegend; Zeitpunkt des Auftretens sehr variabel und Ereignisse können mehrere Monate nach Einleitung der Behandlung auftreten
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Anämie
        • nicht in klin. Studien mit Arzneimitteln, die Emtricitabin plus Tenofoviralafenamid enthielten, beobachtet; aber im Rahmen von klinischen Studien oder Erkenntnissen seit der Markteinführung für Emtricitabin gemeldet, bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln
  • Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Gewichtszunahme
      • Anstieg der Blutlipidwerte
      • Anstieg der Blutglucosewerte
  • Psychiatrische Erkrankungen
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Depression
      • anormale Träume
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • suizidales Verhalten
      • Angst
      • Schlafstörungen
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Kopfschmerzen
      • Schwindelgefühl
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Diarrhoe
      • Übelkeit
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Erbrechen
      • Bauchschmerzen
      • Dyspepsie
      • Flatulenz
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Hyperbilirubinämie
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Angioödem
        • nicht in klin. Studien mit Arzneimitteln, die Emtricitabin plus Tenofoviralafenamid enthielten, beobachtet; aber im Rahmen von klinischen Studien oder Erkenntnissen seit der Markteinführung für Emtricitabin gemeldet, bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln
        • im Rahmen der Überwachung nach Markteinführung für Emtricitabin gemeldet, jedoch nicht in randomisierten, kontrollierten klin. Studien, in denen Emtricitabin bei HIV-infizierten Erwachsenen oder Kindern untersucht wurde
        • Häufigkeitskategorie „gelegentlich": Schätzung anhand von statistischen Berechnungen, die auf der Gesamtzahl der Patienten basieren, die in diesen klin. Studien mit Emtricitabin behandelt wurden (n = 1563)
      • Ausschlag
      • Pruritus
  • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
    • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
      • Arthralgie
        • im Rahmen der Überwachung nach Markteinführung für Emtricitabin gemeldet, jedoch nicht in randomisierten, kontrollierten klin. Studien, in denen Emtricitabin bei HIV-infizierten Erwachsenen oder Kindern untersucht wurde, beobachtet
        • Häufigkeitskategorie „gelegentlich": Schätzung anhand von statistischen Berechnungen, die auf der Gesamtzahl der Patienten basieren, die in diesen klin. Studien mit Emtricitabin behandelt wurden (n = 1.563)
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Osteonekrose (insbesondere bei Patienten mit allgemein bekannten Risikofaktoren, fortgeschrittener HIV-Erkrankung oder Langzeitanwendung einer ART)
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    • ohne Häufigkeitsangabe
      • Bictegravir: Erhöhung der Serumkreatininkonzentration beobachtet, allerdings nicht als klinisch relevant betrachtet
  • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
    • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
      • Müdigkeit

Sonstige besondere Patientengruppen

  • Patienten mit Hepatitis-B-Coinfektion
    • Sicherheitsprofil war bei 16 HIV-/HBV-coinfizierten Erwachsenen, die Bictegravir plus Emtricitabin plusTenofoviralafenamid erhielten (8 nicht-vorbehandelte Erwachsene in der Studie GS-US-380-1490; 8 virologisch supprimierte Erwachsene in der Studie GS-US-380-1878), vergleichbar mit dem bei Patienten mit HIV-1-Monoinfektion

18. Inhaber der Zulassung

Anbietername:Gilead Sciences GmbH
Adresse:Fraunhoferstr. 17
82152 Martinsried
Telefon:+49 89 899890-0
Telefax:+49 89 899890-89

Preis und Vergütung

  • 2.714,32 € NV

    3X30 Stück

  • 924,75 € NV

    30 Stück